Kloster Himmerod

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Kloster Himmerod

Kloster Himmerod (lat. Abbatia Claustri B.M.V.; auf Eifeler Platt „Hammerd“) ist eine 1134/35 durch Bernhard von Clairvaux gegründete Zisterzienserabtei und liegt zwischen Eisenschmitt und Großlittgen. Die Abtei Himmerod gehört zur Mehrerauer Kongregation, die im Oktober 2017 die Auflösung des Klosters beschloss.

Gründung und Klostergeschichte

Im Jahr 1131 setzte sich Albero von Montreuil nach seiner Berufung zum Erzbischof von Trier bei Bernhard von Clairvaux für die Gründung eines Zisterzienserklosters auf trierischem Gebiet ein. Daraufhin entsandte Bernhard 1134 von Clairvaux aus einen Gründerkonvent unter dem Abt Randulf. Zunächst ließ sich der Konvent bei Winterbach an der Kyll) nieder. Bei einem Besuch im Jahr 1135 bestimmte Bernhard Himmerod im Salmtal als neuen Standort. Himmerod war das 14. Zisterzienserkloster und das erste deutsche Kloster, das direkt von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde. Zunächst wurde in Himmerod ein Behelfskloster errichtet, bevor Bernhard den Mönch Achard von Clairvaux als Baumeister der Klosteranlage nach Himmerod entsandte.

1178 weihte Erzbischof Arnold I. die romanische Klosterkirche. 1179 starb der 1699 seliggesprochene Priestermönch David von Himmerod, der letzte Überlebende des Gründungskonvents. Kloster Himmerod selbst besiedelte zwischen 1153 und 1156 die Abtei Châtillon im Bistum Verdun, eine Tochtergründung des Klosters Trois-Fontaines, und gründete als eigenes Tochterkloster 1189 die Abtei Heisterbach.

Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatten die Grafen von Sponheim ihre Grablege im Kloster; die Grabsteine, unter anderem der der Gräfin Loretta von Sponheim, waren noch im 18. Jahrhundert vorhanden.

1224 bestimmte der Abt des Mutterklosters Clairvaux, dass die Anzahl der Mönche nicht mehr als 60 und die der Laienbrüder nicht mehr als 200 betragen durfte. Kloster Himmerod besaß inzwischen einen großen Grundbesitz, den es teilweise verpachtete.

1519 erfuhr das Kloster eine erneute Aufwertung, indem Papst Leo X. den Äbten von Kloster Himmerod die Pontifikalien, also die bischöflichen Insignien wie Mitra und Krummstab verlieh. In den Jahren 1621 bis 1630 wurde die romanische Klosterkirche restauriert. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Abtei schwer unter den plündernden Soldaten zu leiden. 1641 legte der Abt Matthias Glabus trotz des andauernden Krieges den Grundstein für einen Klosterneubau, der 1688 unter Abt Robert Bootz vollendet wurde.

Unter Abt Leopold Kamp begann der Architekt Christian Kretzschmar 1739 mit dem Neubau einer barocken Klosterkirche im Zisterzienserstil mit Dachreiter, ohne Kirchtürme. Die Kirche wurde 1751 fertiggestellt.

Am 26. Juli 1802 hob die französische Regierung unter das Kloster auf. Nach der Säkularisation verfielen Kloster und Kirche. 1803 wurde das Kloster an einen Hüttenbesitzer versteigert, der das kupferne Kirchendach abbauen ließ. Dadurch wurde die Kirche zur Ruine. In der Folgezeit wechselten die Besitzer, die die Gebäude hauptsächlich als Steinbruch nutzten. Nur die Mühle und das Pförtnerhaus blieben verschont. Von der Klosterkirche blieb im Wesentlichen nur ein Giebel erhalten. Der letzte Besitzer, Reichsgraf Ottokar von Kesselstatt, verkaufte das Gut 1919 an deutsche Trappisten aus Mariastern in Bosnien.[1]

1922 gründeten deutsche Zisterziensermönche aus der Abtei Marienstatt im Westerwald das Kloster neu. Von Himmerod aus wurde 1936 die[Zisterzienserabtei Itaporanga bei São Paulo errichtet. Die nach der Säkularisation bis auf wenige Reste zerstörte Kirche wurde unter Vitus Recke (Abt in Himmerod von 1937 bis 1959) ab 1952 wieder aufgebaut. Wegen der hohen Kosten und der Zeitumstände zog sich der Wiederaufbau hin, sodass die Kirche erst 1962 fertiggestellt wurde. Zwei Jahre zuvor – am 15. Oktober 1960 – hatte sie Bischof Matthias Wehr geweiht.[2]

Äbte

  • Hermann II., 1196
  • Paynus von Gelsdorf, 1270–1276
  • Heinrich V. von Randeck (1327–1330)[3]
  • Matthias Glabus, 1631–1647
  • Johann Post, 1654–1685
  • Robert Bootz, 1685–1730
  • Leopold Kamp, 1731–1750
  • Anselm von Pidoll, 1782–1802

Nach der Säkularisation:

  • Karl Münz, 1925–1936
  • Vitus Recke, 1937–1959
  • Maurus Schmidt, 1959–1971
  • Ambrosius Schneider, 1971 Administrator, 1972–1991 Abt
  • Bruno Fromme, 1991–2011 (Priesterweihe 1964, Rücktritt am 18. Januar 2011)
    • Stephan Reimund Senge, (Prior-)Administrator, 18. Januar 2011 bis 10. Oktober 2011[4]
    • Thomas Denter, 10. Oktober 2011 bis Mai 2013 (Abt-)Administrator[5][6]
    • Cyrill Greitner, (Prior-)Administrator, 2013 bis 28. Februar 2014
    • Johannes G. Müller, (Prior-)Administrator, seit 1. März 2014[7]
  • Johannes G. Müller, Abt seit 1. Oktober 2014 (Wahl), Abtsbenediktion 30. November 2014[8]

Einzelnachweise

  1. So die offizielle Homepage von Kloster Himmerod. Hans Jakob Ollig nennt auf Die Geschichte der Abtei Himmerod abweichend schon Oktober 1891.
  2. Zisterzienserabtei Unsere Liebe Frau Himmerod. 10. Auflage, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-4796-0, S. 16.
  3. Ambrosius Schneider: Die Cistercienserabtei Himmerod im Spätmittelalter, Selbstverlag der Abtei Himmerod, 1954, S. 9; (Ausschnittscan)
  4. Rücktritt Frommes.
  5. Himmerod: „Echtes“ Insolvenzverfahren, Volksfreund
  6. Erbe und Auftrag – Unterstützung für Himmerod.
  7. Orden.de
  8. Himmerod hat einen neuen Abt, Wochenspiegel, 2. Oktober 2014