Klappern

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Das Klappern ist ein Brauch, der in der Karwoche gepflegt wird. Dabei ziehen Kinder mit hölzernen Lärminstrumenten durch die Straßen, um die Gläubigen mit unterschiedlichen Sprüchen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern.

Hintergrund

Der Überlieferung zufolge schweigen von Gründonnerstag nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl den gesamten Karfreitag und Karsamstag über bis zum Gloria in der Osternacht die Glocken, da sie alle „nach Rom geflogen“ seien. Da die Kirchenglocken zumeist eine festliche Stimmung ausdrücken, ist deren Geläute in der Zeit der Grabesruhe Jesu nicht angebracht. Um dennoch das Angelusläuten fortzusetzen, wird es um 7 Uhr, 12 Uhr und 19 Uhr lautstark durch das Klappern ersetzt. Auch die meist um 15 Uhr stattfindende Karfreitagsliturgie und der häufig am Vormittag begangene Kreuzweg werden rechtzeitig vorher angezeigt und ausgerufen.

Instrumente

Es werden vor allem folgende Lärminstrumente verwendet:

  • Die Ratsche ist ein massiver Resonanzkörper aus Holz (z. B. Eiche oder Ahorn), der ungefähr 30 cm lang ist. Durch eine Kurbel wird eine Walze mit Nocken in Bewegung gesetzt, wodurch Holzleisten (z. B. Eschenholz) angehoben werden, die beim Zurückschnellen das charakteristische Geräusch erzeugen, aus dem sich der Name des Instruments ableitet.
  • Die Klapper ist ein Hämmerchen, das – ähnlich einer Handglocke – auf eine Holzleiste schlägt und dabei ein klapperndes Geräusch ergibt.

Verse beim Klappern

Zum Angelusläuten (7.00 Uhr und 19.00 Uhr)

„Et laut Bëtgloock!“

Zum Mittagsläuten

„Et laut Mettisch!“

Zur Kreuzwegandacht

 „Et laut Kreizweech!“

Zur Karfreitagsliturgie

„Et laut, et laut zum heiljen Graaf!“

Zur Auferstehungsfeier

„Stieht op, stieht op,
dier Leit stieht op!
soss aus den Herrgott vier eich op!“