Totschlag in Malberg

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Gasthaus Müller in Malberg ca. 1940

Am Abend des 28. Januars 1925 kam es in Malberg zu einer Schlägerei. In deren Folge starb ein Mann aus Nattenheim (Nachname Junk, Vorname unbekannt) an einer schweren Kopfverletzung. Die Zeitung berichtete zwei Tage später ausführlich über diesen Vorfall.[1]

Zeitungsbericht

Kyllburg, 30. Januar.
Vorgestern abend (Anm. 28. Januar 1925) gerieten in der Wirtschaft Müller in Malberg drei Leute aus Nattenheim, die vom Markt in Kyllburg kamen, mit einigen jungen Leuten aus Malberg in Wortwechsel. Dieser artete dann in Tätlichkeiten aus, wobei einer der Beteiligten aus Nattenheim zwei der jungen Leute aus Malberg mit einem Bierglase auf den Kopf schlug und diese dadurch erheblich verletzte.
Während der Wirt in dem Lokale selbst wieder die Ruhe herzustellen vermochte und den Verletzten beistand, begaben sich die drei Nattenheimer aus der Wirtschaft auf die Straße, scheinbar, um unter Zurücklassung ihrer Fahrräder, die dieselben in der Wirtschaft stehen ließen, den Heimweg anzutreten.
Auf der Straße war naturgemäß ein Auflauf entstanden, durch den die Nattenheimer sich vielleicht bedroht fühlen konnten, worauf einer derselben zu seinem Dolchmesser griff, einen an dem Streit unbeteiligt gewesenen Mann aus Malberg traf und, wenn auch glücklicherweise nicht lebensgefährlich, so aber doch schwer verletzte, dann aber wieder in die Wirtschaft flüchtete. Ob hier Notwehr vorlag, wird die Untersuchung ergeben.
Im gleichen Augenblick entstand dann auf der Straße eine Schlägerei, wobei die beiden anderen Nattenheimer vermutlich mit Holzscheiten geschlagen wurden und flüchteten. Die herbeigerufene Polizei nahm sofort den Tatbestand auf und brachte den zurückgebliebenen Nattenheimer in Schutzhaft bezw. Haft. Den Gebrauch des Messers, dessen er sich nach der Tat entledigt hatte, gestand dieser erst später ein.
Dem Verletzten wurde sofort ärztliche Hilfe zu Teil. Während allgemein angenommen werden konnte, daß die beiden anderen Nattenheimer nach der Schlägerei auf der Straße geflüchtet und nach Hause gegangen seien, wurde einer derselben jedoch am folgenden Morgen gegen 9 Uhr unweit des Dorfes an einem Feldweg liegend tot aufgefunden. Am Kopfe befanden sich zwei klaffende Wunden, die von Schlägen herrührend, eine schwere Gehirnerschütterung und den Tod des Mannes zur Folge hatten.
Die mit der Untersuchung der Schlägerei des Vorabends im Dorfe tätigen Polizeibeamten nahmen daraufhin sofort einige Verhaftungen vor. Am Vormittage traf eine Gerichtskommission zur Aufnahme des Tatbestandes und zur Untersuchung ein, nach deren Verlauf noch weitere Verhaftungen vorgenommen wurden. Nach der heute erfolgten Obduktion der Leiche wurde diese freigegeben. Der Verstorbene galt als achtbarer Mann und ist Vater von vier Kindern. Die kommende Gerichtsverhandlung wird erst eine vollständige Aufklärung über die Schuld der einzelnen Beteiligten bringen.

Quellen