Stadtrechte: Unterschied zwischen den Versionen
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Damit hatte die Gemeindeordnung vom 23. Juli 1845 in der ihr durch das Gesetz vom 15. Mai 1856 gegebenen Form den Charakter einer ausschließlichen Landgemeindeordnung erhalten. Es war somit wieder zwischen Stadt- und Landgemeinden zu unterscheiden. Die Einführung der Städteordnung schloss die Anerkennung des städtischen Charakters in sich, während die Gemeindeordnung die Verhältnisse der zu Bürgermeistereien (heute Ämtern) zusammengeschlossenen Landgemeinden regelte. Da Kyllburg damals nicht mit der Städteordnung bewidmet wurde, zweifellos weil die Einwohnerzahl weniger als 10000 betrug, wurde damit der Rechtscharakter Kyllburgs als Landgemeinde festgelegt. | Damit hatte die Gemeindeordnung vom 23. Juli 1845 in der ihr durch das Gesetz vom 15. Mai 1856 gegebenen Form den Charakter einer ausschließlichen Landgemeindeordnung erhalten. Es war somit wieder zwischen Stadt- und Landgemeinden zu unterscheiden. Die Einführung der Städteordnung schloss die Anerkennung des städtischen Charakters in sich, während die Gemeindeordnung die Verhältnisse der zu Bürgermeistereien (heute Ämtern) zusammengeschlossenen Landgemeinden regelte. Da Kyllburg damals nicht mit der Städteordnung bewidmet wurde, zweifellos weil die Einwohnerzahl weniger als 10000 betrug, wurde damit der Rechtscharakter Kyllburgs als Landgemeinde festgelegt. | ||
==Verschiedene Bemühungen zur Wiedererlangung der Stadtrechte== | |||
Am 14. September 1928 beschloss der Gemeinderat, auf Antag von Hauptlehrer [[Heinrich Gueth]], für das Jahr 1929 einen Antrag beim Ministerium zu stellen, um sich wieder Stadt nennen zu dürfen. Diesem Antrag wurde jedoch nicht entsprochen. Am 13. Dezember 1938 wurde erneut ein Antrag gestellt. Die behördliche Entscheidung darüber wurde am 7. August 1939 ausgesetzt. Am 1. September 1939 begann der [[Zweiter Weltkrieg|zweite Weltkrieg]] und die Erlangung des Bezeichnung „Stadt“ wurde zweitrangig. | |||
==Wiedererklärung zur Stadt 1956== | |||
100 Jahre nachdem Kyllburg zur Landgemeinde degradiert wurde, erhielt der Ort seine Bezeichnung als Stadt zurück. Jahrelange Bemühungen seitens der Gemeinde und nach dem Stellen zahlreicher Anträge beim Land Rheinland-Pfalz, wurde dem Ansinnen der Kyllburger, endlich wieder Stadt zu sein, 1956 statt gegeben. Mit einem dreitägigen Fest feierte man die „Wiederverleihung der Stadtrechte“, die de facto nur eine Wiedererklärung war. | |||
Der eigentliche Festakt begann am Sonntag, den 16. September 1956 um 11.00 Uhr im Kurhotel Eifeler Hof. Begleitet von einem bunten Rahmenprogramm überreichte der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Herr Dr. Peter Altmeier Herrn Bürgermeister [[Hans Klotz]] die Verleihungsurkunde der Stadtrechte. | |||
Der feierlich gestaltete Festakt endete mit der Nationalhymne und einem gemeinsamen Festessen. Anschließend fanden ein großer Umzug durch den Ort und ein Historienspiel am Sportplatz statt. | |||
Mit der Wiedererklärung zu Stadt waren jedoch keinerlei Privilegien verbunden. | |||
==50 Jahre Wiederverleihung der Stadtrechte 2006== | |||
Am Wochenende vom 14. bis 16. Juli feierte Kyllburg den 50. Jahrestag der Wiederverleihung der Stadtrechte. Am Freitagabend beging man den Festakt in der Stiftskirche, zu dem Staatssekretär Roger Lewentz aus Mainz angereist kam. Musikalisch begonnen wurde die Veranstaltung vom Musikverein Kyllburg mit Richard Strauss' bekannter Tondichtung "Also sprach Zarathustra". Nach einer kurzen Begrüßung der Ehrengäste durch Stadtbürgermeister Winfried Müller sang der Kirchenchor die "Klänge der Freude". Alfred Weides referierte anschließend über die geschichtliche Entwicklung Kyllburgs und wie es 1956 zur Wiederverleihung der Stadtrechte kam. Das Männerquartett brillierte dann mit dem "Kyllburger Lied" vom ehemaligen Chorleiter Peter Enders. Im Anschluss gratulierte Staatssekretär Lewentz im Namen des Landes Rheinland-Pfalz der kleinsten Stadt im Lande. Der Musikverein beendete den Festakt mit dem konzertanten Stück "Ouverture for Winds". Geselligen Ausklang fand die Feierstunde bei Imbiss und Umtrunk in der LVH, wo ein Film von der Stadtrechtsverleihung vor 50 Jahren gezeigt wurde. | |||
Der Samstagabend wurde mit erstklassiger Livemusik der Gruppe "Dixie-Diamod" gefüllt. Den ganzen Tag über konnte man einen historischen Markt besuchen oder Bauern beim Dreschen von Stroh zusehen. | |||
Nach dem feierlichen Hochamt, musikalisch gestaltet vom Männerquartett Kyllburg, eröffnete der Musikverein Kyllburg das bunte Treiben auf der Hochstraße. Des weiteren unterhielten die Kyllburger Funkengarden, die Tanzgruppe der Frauengemeinschaft und die Kinder des Kyllburger Kindergartens die zahlreichen Besucher mit ihren Tänzen. Bis in den späten Abend hinein wurde kräftig gefeiert. | |||
[[Kategorie:Kyllburg]] | [[Kategorie:Kyllburg]] | ||
[[Kategorie:Urkunde]] | [[Kategorie:Urkunde]] | ||
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