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Winter 1891: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:1891 Eisgang.jpg|mini|Das Eis an der Kyll nach der verheerenden Überschwemmung 1891]]
[[Datei:1891 Eisgang.jpg|mini|Das Eis an der Kyll nach der verheerenden Überschwemmung 1891]]
Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war lediglich der Monat Dezember 1788 noch strenger als der Dezember 1890. Bereits Anfang November 1890 zog der Winter mit eisiger Kälte ein, sodass binnen weniger Wochen die Kyll zugefroren war. Und auch die folgenden Monate brachten weiten Frost und Schnee. Durch den lange anhaltenden Frost trat ein Mangel an Trinkwasser ein, denn die Brunnen froren zu. Um Wasser für Mensch und Vieh zu gewinnen mussten Eis und Schnee gekocht werden. Da sämtliche Bäche und Flüsse gänzlich zu froren, wurde nahezu der gesamte Bestand an Fischen getötet. Da auch das Wild nicht genug Nahrung fand, wurde auch diese Population stark dezimiert. Die Eifeler Wassermühlen standen still. Das Mehl wurde knapp und bald herrschte Brotnot. Die Kartoffelvorräte litten unter dem Frost. Besonders für die ärmere Bevölkerung steigerte sich die Not von Tag zu Tage. Die Zeitungen berichteten ständig über die katastrophale Lage, der Mensch und Tier ausgesetzt waren.
Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war lediglich der Monat Dezember 1788 noch strenger als der Dezember 1890. Bereits Anfang November 1890 zog der Winter mit eisiger Kälte ein, sodass binnen weniger Wochen die Kyll zugefroren war. Und auch die folgenden Monate brachten weiten Frost und Schnee. Durch den lange anhaltenden Frost trat ein Mangel an Trinkwasser ein, denn die Brunnen froren zu. Um Wasser für Mensch und Vieh zu gewinnen mussten Eis und Schnee gekocht werden. Da sämtliche Bäche und Flüsse gänzlich zu froren, wurde nahezu der gesamte Bestand an Fischen getötet. Da auch das Wild nicht genug Nahrung fand, wurde auch diese Population stark dezimiert. Die Eifeler Wassermühlen standen still. Das Mehl wurde knapp und bald herrschte Brotnot. Die Kartoffelvorräte litten unter dem Frost. Besonders für die ärmere Bevölkerung steigerte sich die Not von Tag zu Tage. Die Zeitungen berichteten ständig über die katastrophale Lage, der Mensch und Tier ausgesetzt waren.
   
   
So gab in Trier die Suppenanstalt täglich 900 Portionen an Bedürftige ab. Der Rhein war vom 11. bis zum 25. Januar 1891 zugefroren.
So gab in Trier die Suppenanstalt täglich 900 Portionen an Bedürftige ab. Der Rhein war vom 11. bis zum 25. Januar 1891 zugefroren.
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Das durch den Eisstau verursachte Hochwasser richtete erheblichen Schaden an Haus und Gut der Bewohner von [[Mühlengasse]] und [[Bademer Straße]] an.
Das durch den Eisstau verursachte Hochwasser richtete erheblichen Schaden an Haus und Gut der Bewohner von [[Mühlengasse]] und [[Bademer Straße]] an.
Sogar die Badische Zeitung berichtete über die Eismassen in der Kyll:
Trier, 27. Jan. Die Eifelflüsse  haben bei ihrem Eisgange große Verheerungen angerichtet. Sehr geschädigt ist besonders die Stadt Kyllburg. Das Eis der Kyll setzte sich in der Nacht zum Sonntag in Bewegung und staute sich sofort vor der Kyllbrücke. Das Wasser stieg ungeheuer schnell und überschwemmte die am Flusse gelegenen Stadttheile mit solcher Gewalt, daß die Bewohner nur das nackte Leben retten konnten. Alles Vieh ertrank, viele Häuser sind eingestürzt. In der größten Gerberei der Stadt hat die Überschwemmung solche Verheerungen angerichtet, daß die Arbeit auf längere Zeit unterbrochen werden muß. Telegraphisch aus Trier herbei gerufene Pioniere, die mittels Sonderzuges nach Kyllburg befördert wurden, sind mit der Sprengung der Eismassen beschäftigt.<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/HXA6XKAC25CV2NSCLGPPTF6BIGZ64TS5?query=kyllburg&hit=&issuepage=3 Badische Zeitung 29. Januar 1891]</ref>
Der sächsische Erzähler: Bischofswerdaer Tageblatt berichtet:
Trier, 26. Januar. Während der Eisgang der Mosel keinerlei Verheerungen im Gefolge hatte, haben ihre Nebenflüsse Blies und Kyll nicht unerheblichen Schaden angerichtet. Das Eis der Blies staute sich in Neunkirchen an der Leidnersbrücke, das Wasser schwoll rasch an und verwandelte das ganze Bliesthal in einen weiten See. Endlich brach sich das Eis Bahn,indem es die Pfeiler der Brücke mit fortriß. Das Wasser verlief sich dann bald. Schlimmerer ging es dem Orte Kyllburg. Hier staute sic hin der Nacht zum Sonntag das Eis der Kyll ebenfalls an der Brücke und das Wasser drang gegen 2 Uhr morgens in die Häuser der nichts ahnenden Anwohner. Mit Mühe und Noth vermochten dieselben das nackte Leben zu retten.Ihr gesammtes Vieh ist umgekommen. Da auch die größte Gerberei des Ortes von dem Wasser zerstört wurde, wodurch zahlreiche Arbeiter brotlos werden, so dürfte Kyllburg einer schweren Zeit entgegengehen. Von Trier aus wurde auf telegraphisches Ansuchen eine Abtheilung Pionier mittelst Sonderzuges nach Kyllburg gesandt.<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/NISGLMHUJWEYR27NWXWI5NOFUP5JMRGW?query=kyllburg&hit=17&issuepage=4 Der sächsische Erzähler: Bischofswerdaer Tageblatt 21. Januar 1891, S.4]</ref>
==Quelle==
==Quelle==
http://www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb2012/hjb2012.41.htm
http://www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb2012/hjb2012.41.htm
[[Kategorie:Wetter]]
[[Kategorie:Wetter]]
[[Kategorie:1891]]