Eisgang 1891: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 22. März 2023, 07:14 Uhr

Am 25. Januar 1891 führte Tauwetter zu starkem Eisgang und Überflutungen im Bereich der unteren Bademer Straße.

Im Düsseldorfer Volksblatt vom 28. Januar 1891 steht folgendes[1]:

Trier, 27. Jan. Die Eifelflüsse haben bei ihrem Eisgänge große Verheerungen angerichtet. Sehr geschädigt ist besonders die Stadt Kyllburg durch das Eis der Kyll. Alles Vieh ertrank, viele Häuser sind eingestürzt. Telegraphisch aus Trier herbeigerufene Pioniere, die mittels Sonderzuges nach Kyllburg befördert wurden, sind mit der Sprengung der Eismassen beschäftigt.

In diversen Zeitungen wird dieser Spendenaufruf veröffentlicht[2]:

Bitte für die überschwemmten in Kyllburg (Eifel)
Die Gemeinde Kyllburg ist von einem Schweren Unglück betroffen worden. In der Nacht vom 24. auf den 25. d. Mts. stieg in Folge einer gewaltigen Eisstauung das Wasser der Kyll plötzlich bis zu einer ungeahnten Höhe und überschwemmte in einem Zeitraum von kaum 15 Minuten den ganzen unteren Ort. Nur mit Mühe konnten die im ruhigen Schlaf überraschten Bewohner das nackte Leben retten; an ein Bergen des Viehes und der in den Kellern und den unteren Wohnräumen der Häuser lagernden Vorräthe an Lebensmitteln war nicht mehr zu denken. Alle Kartoffeln, die Hauptnahrung des armen Mannes, sind verdorben; desgleich die Futtervorräthe für das Vieh. Da die Ueberschwemmten zumeist arme Leute sind, so ist die Noth groß. Die ohnehin schon schwer belastete Gemeinde vermag allein ausreichende Hülfe nicht zu gewähren; hierzu muß die allgemeine Mildthätigkeit in Anspruch genommen werden. An diese wenden sich vertrauensvoll die Unterzeichneten mit der herzlichen Bitte um Liebesgaben. für die armen Ueberschwemmten; zur Empfangnahme derselben gerne bereit ist der Schatzmeister, Pfarrer und Definitor Müller, sowie die Unterzeichneten “Wer den Armen gibt, leiht dem, Herrn.”

Brune, Apotheker, Dietz, Bürgermeister, Fiderichs, Gerber, Glöckner, Bahnmeister, Herlach, Kgl. Forstaufseher, Kreutz, Post Assistant, Kronibus, Maurermeister, Linden, Stationsvorsteher, Müller, Pfarrer und Definitor, Nusbaum, Kgl. Rentmeister, Quirin, Bildhauer, Schilz, Landmesser, Schlosser, Kgl. Förster, Schulte, Th., Techniker, Schulte, W., Kaufmann, Dr. Strack, Arzt, Voigt, Kgl. Oberförster, Witt, Steinbruchbesitzer

Die Kölnische Zeitung vom 10. Februar 1891 berichtet darüber folgendes[3]:

Kyllburg, 8. Febr. Der Eisgang der Kyll ist im ganzen glücklich verlaufen; das plötzlich eintretende Hochwasser trug die meisten Eisschollen über die Ufer hinaus und setzte sie dort ab, da die Kyll schnell wieder fiel. Weil nun an der Kyll fast nirgendwo Gebäude bis dicht an das Ufer herantreten, so blieb das Eigentum in der Regel vor Schaden bewahrt.
Nur nicht in Kyllburg, wo viele Häuser unmittelbar am Wasser stehen, dessen Steigen die Bewohner zur Nachtzeit überraschte und überaus schwer geschädigt hat .Ein hier zusammengetretener Ausschuß veröffentlicht (auch in der Kölnischen Zeitung) eine Bitte um Zuwendung milder Gaben an die zum Teil sehr armen Betroffenen. Wenn Manderscheid „die Krone der Eifel“ genannt worden ist, so möchten wir Kyllburg als ihr „Halsgeschmeide" bezeichnen und hoffen, daß die vielen Gäste und Besucher unserer lieblichen Gegend, welche in von Jahr zu Jahrsteigender Zahl bei uns Erholung und Stärkung suchten und fanden, unserer unglücklichen Mitbürger freundlich gedenken werden.