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Mosella: Unterschied zwischen den Versionen

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Ausonius schildert in 483 kunstvollen Hexametern eine idealtypische Reise von der Nahe bei Bingen durch den heutigen Hunsrück zum Tal der Mosel, die bei den Römern ''Mosella'' hieß. Die ''Mosella'' ist das einzige überlieferte antike Gedicht, das sich ausschließlich einem heute deutschen Fluss widmet.
Ausonius schildert in 483 kunstvollen Hexametern eine idealtypische Reise von der Nahe bei Bingen durch den heutigen Hunsrück zum Tal der Mosel, die bei den Römern ''Mosella'' hieß. Die ''Mosella'' ist das einzige überlieferte antike Gedicht, das sich ausschließlich einem heute deutschen Fluss widmet.


Im 4. Jahrhundert residierten in Trier, das damals zu Gallien gehörte, römische Kaiser, weshalb sich auch viele gebildete Angehörige der Oberschicht in der Region aufhielten. Sie stellten wahrscheinlich das Publikum dar, das Ausonius vor Augen hatte. Er beschreibt in den ersten Versen der ''Mosella'' den Aufbruch zur Reise an der „nebelreichen“ Nahe und nennt in den folgenden Versen verschiedene Orte, an denen er vorbeikommt. So erwähnt er die neue, erst 368 entstandene Ummauerung von Bingium, das er als ''Vincum'' bezeichnet, die Orte Dumnissus und die Reisestation Tabernae im Hunsrück sowie „Noiomagus“ (Noviomagus Treverorum), das heutige Neumagen-Dhron an der Mosel. Im weiteren Verlauf hebt Ausonius zu einer hymnus]rtigen Lobpreisung der Mosel an. Er preist ausdrücklich ihre Naturschönheit, den Fleiß ihrer Anwohner, den Reiz und die Fruchtbarkeit des Moselufers und der angrenzenden Landschaft und erwähnt dabei auch zehn Nebenflüsse. Ein Teil der ''Mosella'' ist der umfangreichen Aufzählung von 15 Fischarten gewidmet, die zu Ausonius’ Zeit in der Mosel vorkamen. Wiederholt zieht Ausonius auch Vergleiche zu anderen Orten wie seiner gallischen Heimatstadt Burdigala (dem heutigen Bordeaux) oder der Provinz Britannien.
Im 4. Jahrhundert residierten in Trier, das damals zu Gallien gehörte, römische Kaiser, weshalb sich auch viele gebildete Angehörige der Oberschicht in der Region aufhielten. Sie stellten wahrscheinlich das Publikum dar, das Ausonius vor Augen hatte. Er beschreibt in den ersten Versen der ''Mosella'' den Aufbruch zur Reise an der „nebelreichen“ Nahe und nennt in den folgenden Versen verschiedene Orte, an denen er vorbeikommt. So erwähnt er die neue, erst 368 entstandene Ummauerung von Bingium, das er als ''Vincum'' bezeichnet, die Orte Dumnissus und die Reisestation Tabernae im Hunsrück sowie „Noiomagus“ (Noviomagus Treverorum), das heutige Neumagen-Dhron an der Mosel. Im weiteren Verlauf hebt Ausonius zu einer hymnusartigen Lobpreisung der Mosel an. Er preist ausdrücklich ihre Naturschönheit, den Fleiß ihrer Anwohner, den Reiz und die Fruchtbarkeit des Moselufers und der angrenzenden Landschaft und erwähnt dabei auch zehn Nebenflüsse. Ein Teil der ''Mosella'' ist der umfangreichen Aufzählung von 15 Fischarten gewidmet, die zu Ausonius’ Zeit in der Mosel vorkamen. Wiederholt zieht Ausonius auch Vergleiche zu anderen Orten wie seiner gallischen Heimatstadt Burdigala (dem heutigen Bordeaux) oder der Provinz Britannien.


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