Kloppemännchen

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Das Kloppemännchen ist eine Gestalt aus der Kyllburger Heimatsage. Das Kloppemännchen ist der Legende nach eine kleine koboldähnliche Gestalt, die ihren Schabernack in der Klopp, einem Waldstück am Weilerbach, treibt. In der Klopp am Weilerbach steht heute die Kyllburger Grillhütte.

Aus Matthias Zender, Sagen und Geschichten aus der Westeifel, Bonn 1966

Das Kloppermännchen spukte da im Walde auf derseit (jenseits) der Kyll. Da steht ein hölzern Kreuzchen. Da ist es nicht geheuer. Ein Junge von zehn bis zwölf Jahren ging da­hin Holz suchen. Da riß er das Kreuz aus und holte es mit heim. Das dauerte vierzehn Tage, da kam nachts einer an die Haustüre klopfen. Keiner wußte, was das war. Da sah der Vater von dem Jungen mal das Kreuz auf der Holzplatz liegen, und er fragte: „Woher kommt das?“ Da erzählte der Junge es. „Jetzt mach aber, daß es zurückkommt.“ Das ist das Klopperkreuzchen. Wie man es zurückgetragen hatte, hörte der Spuk auf.


Ein Mann von Kyllburg war in den Busch gegangen, um Holz zu suchen. Da sah er nun ein gädelich (passendes) Stück Holz liegen. Er holte es und trug es auf heim zu. Wie er bis bei Kyllburg kam, war das Holz ihm auf einmal furchtbar schwer, der Mann mußte es niederlegen. Auf einmal guckte er um sich, da läuft einer fort, der lacht. Das war das Kloppermännchen, es hatte einen grauen Mantel an. Das Holz war nicht mehr da.


Habt ihr nie gehört vom Kloppermännchen? Das Kloppermännchen war wie ein Geist, der war dahin verbannt. Der stammt von Kyllburgweiler, aus einem Hause; von da stammt der. Da war einmal einer auf der Jagd, der hat hier einen Hasen geschossen. Und er hat den in die Jagdtasche getan. Der Hase wurde dem Mann so schwer, so schwer. Da schaut er einmal in die Jagdtasche, da hatte er sie voll Roßäpfel. Das ist keine Sage, das ist richtig. Das könnt ihr glauben. Da war einmal ein Mann von St. Thomas im Wald, im halben Kyllburger Wald. Da hat er den Wagen mit den Ochsen stehen lassen, er kam nicht mehr weiter. Da fuhr er mit den Ochsen heim. Als er heimkam, frug die Frau ihn: „Warum hast du den Wagen stehen lassen?“ Sie hatten einen Sohn von sieben, acht Jah­ren, der hat im Takenecken gesessen und schaut durch die Finger daraus. Da hat der so gezeigt. Er wollte nicht, daß der Junge etwas davon erfahren solle. Draußen hat er der Frau dann gesagt: „Das Kloppermännchen war da.“ Am nächsten Tag fuhr er den Wa­gen holen. Da ging es wieder. Das ist richtig.


Gerade wie es früher'war mit der Jagd. Der Schulz und der Förster gingen auf die Jagd. Die gingen in Klopp. Da kam ein Hase, der hatte bloß drei Beine. Da sind sie dem Hasen nachgerannt. Sie haben immer gezielt (gebiecht), um zu schießen. Flupp, war der Hase fort hinter eine Buche. Das hat sie genarrt von morgens neun bis nachmittags fünf, sechs Uhr. Sie waren drei, vier Stunden weit weg von Kyllburg. Schließlich haben sie den Hasen erlegt mit drei Beinen. Der war so fett, wie sie noch keinen hatten. Sie haben ihn in den Rucksack getan. Unterwegs haben sie einen getrunken. Auf dem Heimweg wurde der Hase wieder lebendig. Da wollten sie ihn über den Schädel schlagen, daß er soll ducken. Da ist der Has aus dem Rucksack gesprungen, und anstatt dem Has sollen Perdsknetteln im Rucksack gewesen sein. Aus dem Has wurde ein kleines Männchen. Das Männchen hat sie ausgelacht, und war dann auf einmal verschwunden.


Da haben sie noch eine Geschichte erzählt. Da war ein Junge, der hatte die dritte Weihe. Da ist er aus dem Seminar, läuft aus dem Seminar fort. Als der gestorben war, da hat er sich gezeigt. Das Kloppmännchen haben sie den genannt. Es war ein Hase. Da war ein Jä­ger, der hat ihn geschossen. Da hat er ihn in den Rucksack getan und hat ihn mitgenom­men. Da ist er heimgegangen. Aber auf dem Weg, da ist der Rucksack als schwerer ge­worden. Der ist so schwer geworden, er konnte ihn nicht mehr tragen. Da setzte er ihn ab, da ist der Hase rausgesprungen.