Kyllburger Mühle

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Eine Kyllburger Mühle existierte wohl schon im 12. Jahrhundert. Der Betrieb wurde am 30. September 2012 eingestellt. Sie hat ihre Lage in der Mühlengasse auf einer künstlich geschaffenen Kyll-Insel, die durch die Anlage eines schmalen Kanals entstanden ist.

Geschichte

Vom Jahre 1374 ab lässt sich das Bestehen der Kyllburger Mühle urkundlich nachweisen, später bis in die Zeit der französischen Fremdherrschaft gar in verwandtschaftlich-erblicher Aufeinanderfolge ihrer Pächter.

  • 1374 verpachtet der Erzbischof und Kurfürst die Mühle auf Lebenszeit seinem Kellner zu Kyllburg, dem Canonicus Mathys, und 21 Jahre später
  • 1395 seinem Kellner Johann zu Kyllburg
  • 1543 belehnt Kurfürst Johann IV. seinen Untertan Johann Von Wydenbach und dessen Ehefrau Margaretha mit der Mühle, die nach deren Tode einem der Kinder zufallen soll
  • 1577 ist Johann Hillens Müller zu Kyllburg
  • 1638 zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, besitzt Catharina Salm die Mühle. Wie lange schon vorher ihre Voreltern, von denen sie spricht, die Mühle innehatten, war nicht zu ermitteln.
  • 1642 erhält Valentin Malburg und seine künftige Ehefrau die Mühle. Die künftige Ehefrau dürfte wohl die Tochter der Catharina Salm gewesen sein, da letztere den Lehnsherrn gebeten hatte, eines ihrer Kinder zu belehnen, und die Weiterbelehnung an einen Erben üblich war
  • 1681 betreiben Valentin Malburg und sein Sohn Niclas die Mühle
  • 1703 Niclas Malburg
  • 1714 Niclas Malburg und sein Sohn Johannes Bruno
  • 1732 Maria Catharina, Witwe des Johannes Bruno Malburg
  • 1742 Maria Catharina und Johann Michel Brantzel (2. Ehemann der Catharina)
  • 1751 am 26. Januar heiraten Valentin Malburg, Sohn von Johannes Bruno Malburg, Schöffe, und Catharina Erasmi, Tochter von Robert Erasmi, Schöffe und Synodalis (= Sendschöffe) zu Kyllburg
  • 1755 werden Michel Bransen und Valentin Malburg mit der Mühle belehnt. Nach dem frühen Tode ihres Ehemannes Valentin Malburg und ihres zweiten Ehemannes Lamperding heiratet Catharina in dritter Ehe
  • 1761 Johann Peter Schmitt, Kyllburger Bürger, Schöffe des Hochgerichts zu Kyllburg und des brandenburgischen Grundgerichts zu Orsfeld
  • 1764 werden Johann Peter u. Catharina Schmitt und erneut 1773 u. 1776 mit der Mühle belehnt, 1785 schließlich ad dies vitae, d.h. lebenslang
  • 1792 stirbt Catharina Schmitt im Alter von etwa 66 Jahren. Ihr Ehemann Johann Peter Schmitt überlebte sie; wie lange, ist nicht bekannt
  • 1803 ist sein Sohn Johannes Kyllburger Müller. Er ist der letzte einer alten Müllerfamilie.
  • 1803 wurde die Mühle für 4075 Frs. = 1086 Thlr. versteigert; sie ging dabei in das Eigentum des Müllers Johann Müller aus Seffern über, der den Besitzübergang mit dem bisherigen Pächter durch eine Vereinbarung und Leistung noch besonders regelte.
  • 1804 ist Peter Müller (ein Sohn Johann Müllers) im Besitz der Kyllburger Mühle, später dessen Sohn gleichen Namens. Des letzteren Tochter war mit Nikolaus Zahnen, einem Sohn des Lehrers in Seffern verheiratet. Durch diese Heirat ging die Mühle auf Nikolaus Zahnen und seine Nachkommen, die Mühlenbesitzer Georg Zahnen und seinen Sohn Josef über.

Über 200 Jahre war die Familie Müller-Zahnen Eigentümerin des Mühlenbetriebes. Da sie auch größeren landwirtschaftlichen Besitz hatte, betrieb sie die Müllerei im 19. Jahrhundert nur im Nebengewerbe. So konnten zur damaligen Zeit etwa zehn Zentner Getreide je Tag vermahlen werden. Infolge der steigenden Ansprüche der Lebenshaltung einerseits und der sich immer mehr entwickelnden Technik im Müllereimaschinenbau war eine völlige Umgestaltung der Mahlanlage auf die Dauer nicht mehr zu umgehen. So entschlossen sich die damaligen Besitzer Nikolaus Zahnen und dessen Sohn Georg Zahnen zur Errichtung des heutigen Mühlengebäudes. Die für diese Neuanlage notwendig gewordene elektrische Kraft wurde durch den Bau einer Wasserturbine gewonnen, die außerdem bis zum Jahre 1928 den Ort Kyllburg mit Licht- und Kraftstrom versorgte. Damit war die Entwicklung keineswegs abgeschlossen. Durch vergrößerte Mahlleistung und die hierdurch notwendig gewordene Ausweitung des Kundenkreises trat die Mühle immer mehr in den Wettbewerb mit entfernt liegenden Mühlenbetrieben.

  • 1996 übernahm Georg Zahnen, Enkel des 1964 verstorbenen gleichnamigen Mühlenbesitzers Georg Zahnen, den Betrieb.
  • 1999 entwickelte die Mühle Zahnen die Regionalmarke Eifelähre
  • 2006 verkauft der Inhaber die Mühle an die Wilhelm Werhahn Mühlen KG in Neuss.
  • 2012 wird die Mühle geschlossen. 16 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit.