Burg: Unterschied zwischen den Versionen
Erscheinungsbild
Dussy (Diskussion | Beiträge) |
Dussy (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 13: | Zeile 13: | ||
Heute befindet sich die Burganlage in Privatbesitz. | Heute befindet sich die Burganlage in Privatbesitz. | ||
==Bergfried== | ==Bergfried== | ||
[[Bild:Außenfassade Burgturm.png|900px|center|Außenfassade Burgturm]]<center> | Der Bergfried (Burgturm) ist der einzig noch erhaltene Teil der ursprünglichen Kyllburg. Die Basis misst ca. 7 Meter im Quadrat. Der Turm besitzt heute eine Höhe von knapp 23 Metern ohne die [[1911]] angebrachte Aussichtsplattform. Ab 14 Metern Höhe verschmälert sich der Turm um ca. 30 cm. | ||
Im Volksmund hält sich das Gerücht, der Turm sei einst doppelt so hoch gewesen, um den Raubritter [[Rudolph von Malberg|Rudolf]] und seine Aktivitäten direkt beobachten zu können. Dies ist aber aus statischen Gründen nicht möglich. Außerdem hätte der Turm zu diesem Zweck mehr als dreimal so hoch sein müssen, um über den Bergsporn direkt auf die Malberger Burg blicken zu können. | |||
Man kann davon ausgehen, dass der Turm ursprünglich kaum höher war und einen schlichten Zinnenkranz besaß, auf dem ein einfaches Zeltdach ruhte. Ähnliche Konstruktionen finden sich bei vielen Burgen des 13. Jahrhunderts. | |||
Bei genauer Betrachtung der obersten Turmöffnungen fallen abgeschlagene Konsolsteine unter den jeweiligen Fenstern auf, lediglich auf der Ostseite (Eingangsseite) fehlen diese. Das legt den Schluss nahe, dass dort einst hölzerne Erker angebracht waren. Ob diese zu Verteidigungszwecken, zum Begießen des Feindes mit heißem Wasser oder Pech, oder als Abtritt dienten kann nicht mehr einwandfrei festgestellt werden. Das oberste Geschoss diente zudem als bewohnbarer Rückzugsort im Angriffsfall. Dieses Geschoss ist das einzige, das über einen offenen Kamin verfügt und somit beheizt werden konnte. | |||
Die Verbindung der einzelnen Geschosse wird mittels Leitern erfolgt sein, da der Innenraum zu knapp bemessen ist, um dies mittels Treppen zu gestalten. Die Geschossdecken wurden mittels einfacher Balkenlagen verwirklicht, die mit Bohlen beplankt waren. Lediglich das Untergeschoss, das man gemeinhin als Verließ bezeichnet, hat eine steinerne Tonnengewölbedecke. Darin befand sich ein quadratisches, konisch nach unten verjüngtes Loch, das mit einem Stein oder einem Brett verschlossen werden konnte. Das Herabwinden von Gefangenen erfolgte entweder durch eine einfache Haspel, die direkt über das Loch gestellt wurde, oder mittels eine Umlenkrolle an der Decke über dem Loch. | |||
[[Bild:Außenfassade Burgturm.png|900px|center|Außenfassade Burgturm]]<center>Fotogrammetrisches Aufmaß der Burgturm-Außenfassaden</center> | |||
[[Kategorie:Bauwerk]] | [[Kategorie:Bauwerk]] | ||