Hüttenwerk Malberg: Unterschied zwischen den Versionen
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===Großhammer in der Hütte Malberg=== | ===Großhammer in der Hütte Malberg=== | ||
1859 wird beim Oberbergamt Bonn die Genehmigung beantragt zur Erweiterung der Hütte. Damals werden insgesamt fünf Wasserräder, die von der Kyll getrieben werden, eingerichtet. Drei oberschlägige Räder treiben den Großhammer und die beiden Eisenhämmer am Hammerfeuer; zwei unterschlägige Wasserräder liefern die Kraft einmal für das Gebläse am Hochofen, zum anderen, um den Schlackenbruch zu bewirken. | 1859 wird beim Oberbergamt Bonn die Genehmigung beantragt zur Erweiterung der Hütte. Damals werden insgesamt fünf Wasserräder, die von der Kyll getrieben werden, eingerichtet. Drei oberschlägige Räder treiben den Großhammer und die beiden Eisenhämmer am Hammerfeuer; zwei unterschlägige Wasserräder liefern die Kraft einmal für das Gebläse am Hochofen, zum anderen, um den Schlackenbruch zu bewirken. | ||
Durch ein breites oberschlägiges Wasserrad wird der Hammer betrieben. Das Wasserrad hat eine verlängerte, durch einen kräftigen Baumstamm gebildete Achse. Am Ende der Achse ist diese mit einem breiten Bandeisen | Durch ein breites oberschlägiges Wasserrad wird der Hammer betrieben. Das Wasserrad hat eine verlängerte, durch einen kräftigen Baumstamm gebildete Achse. Am Ende der Achse ist diese mit einem breiten Bandeisen umfasst, das kreuzförmig vier Rundeisenarme trägt. Beim Drehen des Rades hebt jeder dieser Arme jeweils den Hammer hoch und lässt ihn anschließend mit dem Eigengewicht auf den Amboss schlagen. | ||
=== | ===Stilllegung=== | ||
Im Jahre 1876 wird das Werk stillgelegt, „nachdem die deutsche Eisenindustrie durch die Konkurrenz Englands hart darniedergedrückt | Im Jahre 1876 wird das Werk stillgelegt, „nachdem die deutsche Eisenindustrie durch die Konkurrenz Englands hart darniedergedrückt worden“ ist. Zudem wurde auch die Beschaffung des Rohmaterials zu kostspielig. | ||
===Neubelebung 1911=== | ===Neubelebung 1911=== | ||
Im Herbst 1911 wird in Kyllburg in einer Versammlung der „Verein zur industriellen Entwicklung der | Im Herbst 1911 wird in Kyllburg in einer Versammlung der „Verein zur industriellen Entwicklung der Südeifel“ gegründet. „Dieser Verein bezweckt die Schaffung ausreichender Beschäftigung der Arbeitskräfte in dieser Gegend, um dadurch der Abwanderung aus der Eifel wirksam zu begegnen.“ | ||
„So wurden auch die Räume der früheren Eisengießerei, die dem Schloß Malberg gehören, gemietet und eine Metallwarenfabrik gegründet, die den Titel, Eifeler Metallwarenfabrik Rudolf Sempell GmbH in Malberg führt. Die Fabrik liefert als Spezialität Walzenlager mit Weißmetall- oder Spezialeinlage, Hochofenarmaturen, Rot-, Messing- und Kupferguß sowie Lagermetall für sämtliche Beanspruchungen. Nachdem die Räume in Ordnung gebracht waren, wurde am 3. Juni 1912 die Arbeit mit vier Mann wieder aufgenommen. Am 10. Juli 1912 wurde zum erstenmal gegossen. Die Fabrik hat sich so entwickelt, daß nach einem Jahre außer dem Meister 24 Leute aus Malberg in der Fabrik und zwei im Büro beschäftigt sind" (Chronik). | „So wurden auch die Räume der früheren Eisengießerei, die dem Schloß Malberg gehören, gemietet und eine Metallwarenfabrik gegründet, die den Titel, Eifeler Metallwarenfabrik Rudolf Sempell GmbH in Malberg führt. Die Fabrik liefert als Spezialität Walzenlager mit Weißmetall- oder Spezialeinlage, Hochofenarmaturen, Rot-, Messing- und Kupferguß sowie Lagermetall für sämtliche Beanspruchungen. Nachdem die Räume in Ordnung gebracht waren, wurde am 3. Juni 1912 die Arbeit mit vier Mann wieder aufgenommen. Am 10. Juli 1912 wurde zum erstenmal gegossen. Die Fabrik hat sich so entwickelt, daß nach einem Jahre außer dem Meister 24 Leute aus Malberg in der Fabrik und zwei im Büro beschäftigt sind" (Chronik). | ||
===Heutige Nutzung=== | ===Heutige Nutzung=== | ||
In den 1990er | In den 1990er Jahren wurde die Anlage von den Eheleuten Josef und Martina Heintges gekauft. Die aus dem Rheinland stammende Familie wandelte die einstige Industrieanlage in einen Biobauernhof um. Sie bieten unter anderem Ferien auf dem Bauernhof an. Die Gäste bewohnen die um 1860 erbauten Arbeiterwohnungen. | ||
==Beschreibung der Anlage== | ==Beschreibung der Anlage== | ||
[[Datei:1824 Urkataster Hüttenwerk Malberg.jpg|mini|Schmelz- und Eisenhütte Malberg 1824 Eigentümer Gebr. Philipp Heinrich, Heinrich Adolph und Christian Friedrich Krämer, Eichelhütte, Kreis Wittlich. (LHA 702/6090, 2S63)]] | [[Datei:1824 Urkataster Hüttenwerk Malberg.jpg|mini|Schmelz- und Eisenhütte Malberg 1824 Eigentümer Gebr. Philipp Heinrich, Heinrich Adolph und Christian Friedrich Krämer, Eichelhütte, Kreis Wittlich. (LHA 702/6090, 2S63)]] | ||