Mosella

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Die Mosella ist eine um 371 entstandene lateinische Reisebeschreibung in Versform des römischen Beamten und Dichters Ausonius, der 367–388 als Erzieher des Kaisers Gratian in Trier lebte.

Inhalt

Ausonius schildert in 483 kunstvollen Hexametern eine idealtypische Reise von der Nahe bei Bingen durch den heutigen Hunsrück zum Tal der Mosel, die bei den Römern Mosella hieß. Die Mosella ist das einzige überlieferte antike Gedicht, das sich ausschließlich einem heute deutschen Fluss widmet.

Im 4. Jahrhundert residierten in Trier, das damals zu Gallien gehörte, römische Kaiser, weshalb sich auch viele gebildete Angehörige der Oberschicht in der Region aufhielten. Sie stellten wahrscheinlich das Publikum dar, das Ausonius vor Augen hatte. Er beschreibt in den ersten Versen der Mosella den Aufbruch zur Reise an der „nebelreichen“ Nahe und nennt in den folgenden Versen verschiedene Orte, an denen er vorbeikommt. So erwähnt er die neue, erst 368 entstandene Ummauerung von Bingium, das er als Vincum bezeichnet, die Orte Dumnissus und die Reisestation Tabernae im Hunsrück sowie „Noiomagus“ (Noviomagus Treverorum), das heutige Neumagen-Dhron an der Mosel. Im weiteren Verlauf hebt Ausonius zu einer hymnusartigen Lobpreisung der Mosel an. Er preist ausdrücklich ihre Naturschönheit, den Fleiß ihrer Anwohner, den Reiz und die Fruchtbarkeit des Moselufers und der angrenzenden Landschaft und erwähnt dabei auch zehn Nebenflüsse. Ein Teil der Mosella ist der umfangreichen Aufzählung von 15 Fischarten gewidmet, die zu Ausonius’ Zeit in der Mosel vorkamen. Wiederholt zieht Ausonius auch Vergleiche zu anderen Orten wie seiner gallischen Heimatstadt Burdigala (dem heutigen Bordeaux) oder der Provinz Britannien.

Ausgaben

  • D. Magnus Ausonius Mosella. Mit Texten von Symmachus und Venantius Fortunatus. Lateinisch/Deutsch. Herausgegeben, übers. u. kommentiert von Otto Schönberger. Reclam: Stuttgart 2000 (Reclam Universalbibliothek Nr. 18027).
Eine Prosaübersetzung, mit Schwerpunkt auf einer philologischen Dokumentation des Textes.
  • Ausonius: Mosella. Lateinisch/Deutsch. Hrsg., in Blankverse übers., erl. u. mit einer Einführung versehen von Paul Dräger. Trier 2001.
Ein Hexameter wird von dem Übersetzer jeweils in zwei Blankverse gefasst.
  • D. Magnus Ausonius: Mosella. Bissula, Briefwechsel mit Paulinus Nolanus. Hrsg. u. übers. von Paul Dräger. Sammlung Tusculum, Düsseldorf/ Zürich: Artemis 2002.
  • Mosella. Der Briefwechsel mit Paulinus. Bissula. Lat./Deutsch. Berlin: Akademie 2011, Rezension bei perlentaucher.de
  • D. Magnus Ausonius: Mosella. Kritische Ausgabe, Übersetzung, Kommentar von Joachim Gruber (Texte und Kommentare 42). Berlin [u.a.]: de Gruyter 2013 (370 S.) [grundlegend].

Literatur

  • Joachim Gruber: 16 Jahre Ausonius-Forschung 1989–2004. Ein Uberblick. 2. Teil: Mosella Band 7, 2005, S. 117–137 online, PDF; HTML
  • Wilhelm Haag: Ausonius und seine „Mosella“ Gaertner,Berlin 1900 online
  • Dietmar Korzeniewski: Aufbau und Struktur der Mosella des Ausonius S. 80–95 Rheinisches Museum für Philologie Band 106, 1963 online; PDF
  • Ulrich Schindel: Drei neue bilingue Mosella-Ausgaben. In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft. Bd 6. 2003, S. 1145–1149 (online) (PDF-Datei; 113 kB)
  • Stephan Schröder: Das Lob des Flusses als strukturierendes Moment im Moselgedicht des Ausonius S. 45–89 Rheinisches Museum für Philologie Band 141, 1998 online; PDF

Weblinks

Einzelnachweise