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Hüttenwerk Malberg: Unterschied zwischen den Versionen

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===Heutige Nutzung===
===Heutige Nutzung===
In den 1990er Jahren wurde die Anlage von den Eheleuten Josef und Martina Heintges gekauft. Die aus dem Rheinland stammende Familie wandelte die einstige Industrieanlage in einen Biobauernhof um. Sie bieten unter anderem Ferien auf dem Bauernhof an. Die Gäste bewohnen die um 1860 erbauten Arbeiterwohnungen.
In den 1990er Jahren erwarben die Eheleute Josef und Martina Heintges das Gelände. Die aus dem Rheinland stammende Familie wandelte die ehemalige Industrieanlage in einen Biobauernhof um. Sie bieten unter anderem Urlaub auf dem Bauernhof an. Die Gäste wohnen in den um 1860 erbauten Arbeiterwohnungen.
 
==Beschreibung der Anlage==
==Beschreibung der Anlage==
[[Datei:1824 Urkataster Hüttenwerk Malberg.jpg|mini|Schmelz- und Eisenhütte Malberg 1824 Eigentümer Gebr. Philipp Heinrich, Heinrich Adolph und Christian Friedrich Krämer, Eichelhütte, Kreis Wittlich. (LHA 702/6090, 2S63)]]
[[Datei:1824 Urkataster Hüttenwerk Malberg.jpg|mini|Schmelz- und Eisenhütte Malberg 1824 Eigentümer Gebr. Philipp Heinrich, Heinrich Adolph und Christian Friedrich Krämer, Eichelhütte, Kreis Wittlich. (LHA 702/6090, 2S63)]]

Version vom 2. März 2023, 10:24 Uhr

Ehemaliges Hüttenwerk in Malberg

Das Hüttenwerk Malberg ist dem Grundstein zufolge 1749 durch die Freiherren von Veyder gegründet worden und diente der Eisengewinnung und Verarbeitung.

Geschichte

Gründung

Die Malberger Hütte wurde 1749 von Franz Moritz von Veyder und seiner Frau Maria Theresia Josepha geb. Neufforge außerhalb des Ortes zur Verarbeitung von Raseneisenerz gegründet, das vor allem in den Gemarkungen Malbergweich, Balesfeld, Steinborn und Seinsfeld abgebaut wurde. Nach dem Verkauf durch die Familie von Veyder zu Beginn des 19. Jahrhunderts wechselten die Besitzer häufig, bis der Betrieb der unrentabel gewordenen Hütte eingestellt wurde.

Hütte und Eisenschmelze Malberg bis 1845

Hammerfeuer

1845 wird das obere Hammerfeuer verlegt. Bis dahin bestanden einfache Blasebälge. 1845 werden sie durch zwei Zylindergebläse ersetzt. Das Bild zeigt noch den Zustand vor 1845: Rechts durch den Wasserkandel fließt das Kyllwasser auf ein oberschlägiges Was­serrad. An der Achse des Wasserrades sind zwei Eisenschleifen befestigt, die beim Drehen den Blasebalghebel nach unten drücken. Ein Gewicht am Blasebalgoberteil zieht durch Hebelwirkung den Blasebalg wieder hoch. Die Mündung des Blasebalges endet im Hochofenunterteil. Durch dieses wechselseitige Zusammendrücken und Auseinander­ziehen des Blasebalges wird dem Hochofen die erforderliche Sauerstoffmenge zum Schmelzen des Erzes zugeführt.

Großhammer in der Hütte Malberg

1845 wurde das obere Hammerfeuer verlegt. Bis dahin gab es einfache Blasebälge. Sie wurden 1845 durch zwei Zylindergebläse ersetzt. Das Bild zeigt noch den Zustand vor 1845: Rechts durch den Wasserkandel fließt das Kyllwasser auf ein oberschlächtiges Wasserrad. An der Achse des Wasserrades sind zwei Eisenschlaufen befestigt, die beim Drehen den Blasebalghebel nach unten drücken. Ein Gewicht am oberen Ende des Blasebalgs zieht diesen durch Hebelwirkung wieder nach oben. Die Mündung des Balges endet im unteren Teil des Hochofens. Durch dieses abwechselnde Zusammendrücken und Auseinanderziehen des Blasebalges wird dem Hochofen die zum Schmelzen des Erzes erforderliche Sauerstoffmenge zugeführt.

Stilllegung

Verkaufsanzeige in der Zeitung „Der Berggeist“[1]

Im Jahre 1876 wird das Werk stillgelegt, nachdem ein Verkauf gescheitert war und „nachdem die deutsche Eisenindustrie durch die Konkurrenz Englands hart darniedergedrückt worden“ ist. Zudem wurde auch die Beschaffung des Rohmaterials zu kostspielig.

Neubelebung 1911

Im Herbst 1911 wurde auf einer Versammlung in Kyllburg der „Verein zur industriellen Entwicklung der Südeifel“ gegründet. „Dieser Verein bezweckt die Schaffung ausreichender Beschäftigung der Arbeitskräfte in dieser Gegend, um dadurch der Abwanderung aus der Eifel wirksam zu begegnen.“

So wurden die Räume der ehemaligen Eisengießerei, die zum Schloss Malberg gehören, angemietet und eine Metallwarenfabrik gegründet, die den Namen Eifeler Metallwarenfabrik Rudolf Sempell GmbH in Malberg führt. Die Fabrik lieferte als Spezialität Walzenlager mit Weißmetall- oder Spezialeinlage, Hochofenarmaturen, Rot-, Messing- und Kupferguss sowie Lagermetall für alle Beanspruchungen. Nachdem die Räumlichkeiten in Ordnung gebracht worden waren, wurde die Arbeit am 3. Juni 1912 mit vier Mann wieder aufgenommen. Am 10. Juli 1912 wurde zum ersten Mal gegossen. Die Fabrik entwickelte sich so, dass nach einem Jahr außer dem Meister 24 Malberger in der Fabrik und zwei im Büro beschäftigt waren.

Heutige Nutzung

In den 1990er Jahren erwarben die Eheleute Josef und Martina Heintges das Gelände. Die aus dem Rheinland stammende Familie wandelte die ehemalige Industrieanlage in einen Biobauernhof um. Sie bieten unter anderem Urlaub auf dem Bauernhof an. Die Gäste wohnen in den um 1860 erbauten Arbeiterwohnungen.

Beschreibung der Anlage

Schmelz- und Eisenhütte Malberg 1824 Eigentümer Gebr. Philipp Heinrich, Heinrich Adolph und Christian Friedrich Krämer, Eichelhütte, Kreis Wittlich. (LHA 702/6090, 2S63)

Eine sehr schematische Plandarstellung von 1760 zeigt bereits die gleiche Disposition der Bauten wie das genauere Urkataster von 1824. Demzufolge standen sich, etwa nordwest-südöstlich ausgerichtet, zwei lang gestreckte Trakte parallel gegenüber, von denen der nördliche den Produktionsablauf der Eisenverhüttung aufnahm, der südliche als Kohlenschuppen diente. Am westlichen Ende beider Trakte schloss sich je ein Wohn- / Verwaltungsgebäude an. Das eigentliche Hüttengebäude wurde bereits im späten 19. Jahrhundert ersatzlos abgebrochen. Ob die erhaltenen Bauten auf das mittlere 18. Jahrhundert zurückgehen oder später erneuert wurden, lässt sich angesichts der schlichten Einzelformen nicht sicher beurteilen; möglich erscheinen eingreifende Veränderungen im frühen 19. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll ist bis heute die kyllseitige Ansicht des Werkes mit dem über 80 Meter langen südlichen Trakt, der den ehemaligen Kohlenschuppen (später Metallwarenfabrik) und eines der beiden Wohnhäuser unter einem Dach vereinigt. Zahllose kleinere Veränderungen des 20. Jahrhunderts haben vom ursprünglichen Zustand allerdings nur die Großform übrig gelassen. In den Details besser erhalten ist das nördliche Wohnhaus, wie das südliche zweigeschossig, aber mit steilerem Dach; die Fenster- und Türöffnungen rechteckig und glatt gerahmt, Türflügel des 19. Jahrhunderts. Östlich angelehnt ist noch die Giebelwand des abgebrochenen Hüttengebäudes erhalten, deren spitzbogige Blendnischen ebenfalls für einen Neubau im 19. Jahrhundert sprechen. Die Lehrwerkstatt von 1938 wurde 1985 zum Gemeindehaus umgebaut und dabei erweitert. Der Gründungsstein des Werkes mit Wappen, lateinischer Inschrift und Jahreszahl ist heute in einen jüngeren Anbau des Südtraktes eingelassen.

Quellen