Auswaschen der leeren Geldbeutel im Mühlenteich

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So reizvoll die Vorstellung auch ist, dennoch gehe ich davon aus, dass noch nie jemand beim Auswaschen der leeren Geldbeutel im Mühlenteich mitgemacht hat. Traditionell steht dieser karnevalistische Programmpunkt als letztes auf dem Narrenfahrplan und wird auch so bei der Proklamation verlesen. Wörtlich heißt es da: „Aschermittwoch: großes Heringsessen und Auswaschen der leeren Geldbeutel im Mühlenteich“

Der Mühlenteich ist der, von der Kyll durch den Rauschen abgetrennte Kanal, der zur Mühle führt. Noch heute wird dieses Wasser zur Stromerzeugung genutzt. Da im Kanal mitunter hohe Strömungen herrschen könnte der Versuch, seinen Geldbeutel dort tatsächlich zu waschen, böse enden. Viel mehr ist das Auswaschen eine Allegorie für das Ende der ausgelassenen Karnevalszeit, die nur einen leeren Geldbeutel zurückgelassen hat. Man wäscht ihn, um ihn von „Sünde“ und allem zu befreien, das man außerhalb der Karnevalszeit nicht machen darf. Man bereitet ihn für etwas neues vor.