Weiberdonnerstag

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1967 Sitzungspräsident Josef Pauly mit dem Schlüssel der Stadt
1977 Weiberdonnerstag - Stadbürgermeister Robert Lano mit der Obermöhn Maria Daufenbach
1993 Weiberdonnerstag - Obermöhn Gertrud Hänsel verliest die Möhnenproklamation
2003 Weiberdonnerstag - vlnr: VG Bürgermeister Bernd Spindler, Monika Metzen, Obermöhn Anne Rütt, Stadtbürgermeister Otto Böcker, Beate Kraemer
2016 Weiberdonnerstag

Der Weiberdonnerstag - auch Weiberfastnacht oder Fetter Donnerstag genannt – markiert den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval am Donnerstag vor Aschermittwoch. Er wird auch als Altweiberfastnacht bezeichnet. Der frühestmögliche Termin ist der 29. Januar, der spätestmögliche ist der 4. März.

Ablauf der Weiberfastnacht

Die Möhnen treffen sich vorab in einem der Kyllburger Gasthäuser, meistens jedoch in der Pizzeria. Zu ihnen gesellt sich das Möhnenorchester, das aus 4 bis 6 Musikern des Musikvereins besteht. Begleitet mit den üblichen Kyllburger Liedern, ziehen die Möhnen dann Richtung Hochstraße. An der Gummiecke treffen sie sich mit den Malberger Möhnen und gemeinsam geht's zum Rathaus auf dem Marktplatz. Eine Vorhut betritt das Rathaus und nimmt, durch fesseln der Hände, den oder die anwesenden Bürgermeister, bzw., bei Verhinderung der selbigen, deren Stellvertreter. Die Möhnen erhalten dabei den Schlüssel der Stadt. Gemeinsam verlässt man das Rathaus. Auf dem Vorplatz haben sich die restlichen Möhnen derweil im Kreis aufgestellt. Die Obermöhn reckt den Schlüssel in die Luft und ruft: "Mier hann en!" (Wir haben ihn!). Sogleich verliest die Obermöhn ihre Regierungserklärung. Anschließend kommen die gefangenen Bürgermeister zu Wort. Zur Tradition ist es geworden, dass die kleinsten Funkengarden zu Ehren der Möhnen noch einen Tanz aufführen. Danach ist der offizielle Teil der Veranstaltung beendet und es kann zum gemütlichen Teil übergegangen werden.

Im gemütlichen Abschnitt des Tages, der selbstverständlich den größten Teil einnimmt, gehen die Möhnen durch den Ort und kehren hier und da ein. Den Anfang macht traditionell die Verbandsgemeindeverwaltung. Danach zieht man erst durch den Ort. Bis vor wenigen Jahren, waren die Einkehrstationen recht zahlreich; Café Zimmer, Schlecker, Volksbank, Brille Dömer und diverse Kneipen. Da die Zahl der offenen Häuser jedoch stark rückläufig ist, kehrt man derzeit (2015) nur noch im Kyllburg Kebap, Eifeler Hof, Kreissparkasse, Hotel Müller und im Hotel zur Post ein.

Geschichte

Das erste Möhnentreiben mit Erstürmung des Rathauses fand am 17. Februar 1966 statt.

Ausblick

Im Zuge der Fusion der Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg, am 1. Juli 2014, hat sich der Verwaltungsschwerpunkt zum Verwaltungsgebäude in Bitburg hin verlagert. Dadurch gibt es in Kyllburg nur noch eine Minimalbesetzung. Im Jahr 2016 fand noch eine Rathauserstürmung statt, da die alte VG-Belegschaft eigens für diese Veranstaltung nach Kyllburg zurück kam. Fraglich ist, ob das auch in Zukunft so sein wird.

Die Möhnen

Mit Möhn/Möhne bezeichnet man im Allgemeinen eine ältere weibliche Person. Im Gegensatz zur eigentlich richtigen Schreibweise, ist in Kyllburg der Plural von Möhn Möhnen. Im Singular wird oft auch das Wort Möhne benutzt.

Das Oberhaupt der Kyllburger Möhnen ist die Obermöhn. Man könnte sie auch als Präsidentin eines Damenkomitees bezeichnet, die wortgewandt und scharfzüngig an der Spitze der Vereinigungen steht und zumeist an Weiberfastnacht das Zepter der karnevalistischen Regierung übernimmt. Die Obermöhn wird in der Regel von den anderen Möhnen demokratisch, für unbestimmte Zeit, gewählt.

Das Wort „Möhn/Möhne“ kommt von „Muhme“ und bezeichnete im westmitteldeutschen Sprachraum bis etwa 1880 eine weibliche Verwandte von Mutterseite. Vielfach verstand man aber auch unter einer Möhne eine ältere verheiratete, mitunter auch verwitwete, Frau in dunkler Kleidung mit Kopfbedeckung. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit Aufkommen des organisierten Karnevals der Begriff auf Mitglieder einer karnevalistischen Frauenvereinigung übertragen.

Die Möhnen tragen oft dunkle Kleider und Hüte im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Auch jüngere Möhnen, versuchen durch geschicktes Schminken und Frisieren älter zu wirken, als sie sind.

Obermöhnen der vergangenen Jahrzehnte

  • Maria Daufenbach
  • Katharina Kapeller
  • Gertrud Hänsel
  • Anne Rütt
  • Beate Boltz
  • Beate Kraemer
  • Monika Metzen