Freiherr von Schawen: Unterschied zwischen den Versionen
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== Herkunft des Namens == | == Herkunft des Namens == | ||
Im Laufe der Jahre gab es immer wieder unterschiedliche Schreibweisen (Schowel, Scharwel, Scharwen, Schoawen). Die heute gebräuchliche ist "Freiherr von Schawen" oder auf Kyllburger Platt "Den Schoawen" [dn̩ ˈʃɔːvn̩]. Man nimmt an, dass der Name sich auf eine Flur im Kyllburger Bann "''[[Flurnamen in Kyllburg|Auf Scharret]]''" bezieht. Auf Scharret „entspringt” der [[Korlesbach]], Kyllburgs einziger Bach. Der Korlesbach ist jedoch strenggenommen kein Bach im eigentlichen Sinne, da er über keine Quelle verfügt. Er ist eine Ablaufrinne für Regenwasser, das die Hänge herabfließt. Er führt daher nur bei Regen Wasser. | Im Laufe der Jahre gab es immer wieder unterschiedliche Schreibweisen (Schowel, Scharwel, Scharwen, Schoawen). Die heute gebräuchliche ist "Freiherr von Schawen" oder auf Kyllburger Platt "Den Schoawen" [dn̩ ˈʃɔːvn̩]. | ||
Man nimmt an, dass der Name sich auf eine Flur im Kyllburger Bann "''[[Flurnamen in Kyllburg|Auf Scharret]]''" bezieht. Auf Scharret „entspringt” der [[Korlesbach]], Kyllburgs einziger Bach. Der Korlesbach ist jedoch strenggenommen kein Bach im eigentlichen Sinne, da er über keine Quelle verfügt. Er ist eine Ablaufrinne für Regenwasser, das die Hänge herabfließt. Er führt daher nur bei Regen Wasser. | |||
Das Wort Freiherr geht auf den spätmittelhochdeutschen Ausdruck ''vrīherre'' zurück und bedeutet freier Edelmann. Die Zugehörigkeit zum Adel ging fast immer mit Landbesitz und -herrschaft einher. Ritter waren zum Beispiel zunächst nicht zwangsläufig Adelige, konnten aber durch Lehen dazu aufsteigen. Bis zum 13. Jahrhundert bestand innerhalb des Adels noch keine Standesschranke zwischen dem hohen Adel und dem niederen Adel. So waren die Grafen als Territorialherren den Reichsfürsten nahezu gleichgestellt. Der Adelstitel hing vom beherrschten Territorium ab. Eine besser bekannte Bezeichnung für einen Freiherrn lautet Baron. | Das Wort Freiherr geht auf den spätmittelhochdeutschen Ausdruck ''vrīherre'' zurück und bedeutet freier Edelmann. Die Zugehörigkeit zum Adel ging fast immer mit Landbesitz und -herrschaft einher. Ritter waren zum Beispiel zunächst nicht zwangsläufig Adelige, konnten aber durch Lehen dazu aufsteigen. Bis zum 13. Jahrhundert bestand innerhalb des Adels noch keine Standesschranke zwischen dem hohen Adel und dem niederen Adel. So waren die Grafen als Territorialherren den Reichsfürsten nahezu gleichgestellt. Der Adelstitel hing vom beherrschten Territorium ab. Eine besser bekannte Bezeichnung für einen Freiherrn lautet Baron. | ||
Der Freiherr von Schawen ist somit der Baron über den kleinen Landstrich „Auf Scharret”. Da hier jedoch der Korlesbach seinen Anfang nimmt, der sein Wasser Richtung Kyll trägt und so im ganzen Ort verteilt, kann er seinen Herrschaftsbereich auf den ganzen Ort ausweiten. Das gilt natürlich nur für die Zeit zwischen Herbst und Frühling, wenn der Korlesbach überhaupt Wasser führt. Und das ist zufällig genau zur Karnevalszeit. | Der Freiherr von Schawen ist somit der Baron über den kleinen Landstrich „Auf Scharret”. Da hier jedoch der Korlesbach seinen Anfang nimmt, der sein Wasser Richtung Kyll trägt und so im ganzen Ort verteilt, kann er seinen Herrschaftsbereich auf den ganzen Ort ausweiten. Das gilt natürlich nur für die Zeit zwischen Herbst und Frühling, wenn der Korlesbach überhaupt Wasser führt. Und das ist zufällig genau zur Karnevalszeit. | ||