Ankunft der Foasicht

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Anlandung des Freiherrn von Schawen am 8. November 2003
Ankunft der Foasicht am 8. November 2014 - Empfangskomitee am Kyllufer
10. November 2012 - Feierliche Prozession über die Brücken
9. November 2002 - Der Hanswurst (Frank Schmitt) verliest die Proklamation
13. November 2010 - Sitzungspräsident Frank Schmitt tauft den neuen Gickel mit Kyllwasser

In deutschen Karnevals-, Fastnachts- und Faschingshochburgen wird der 11. November als Elfter im Elften um 11:11 Uhr als Beginn der Karnevalssession gefeiert. In Kyllburg ist das leicht abgewandelt. Hier beginnt man die Session mit der Ankunft der Foasicht. Dies geschieht ebenfalls offiziell am 11. November. Da am 11. November ebenfalls der Martinstag ist und dann auch die Martinszüge stattfinden, gab es in der Vergangenheit öfter Überschneidungen. Um dem entgegen zu wirken, wurde der Beginn der Fastnacht auf jeweils einen Samstag festgelegt, der dem 11. November am nächsten liegt. Das heißt die Ankunft der Foasicht kann in einem Zeitraum zwischen dem 8. November und dem 14. November stattfinden.

Ablauf des 11.11.

Am Abend des „11.11.“ versammelt sich die Kyllburger Bevölkerung an der Kyllbrücke. Vereinsvertreter (Funken, Elferrat, Zeremonienmeister, Kinderschawenmannschaft) und Musikverein warten am Kyllufer neben der ehemaligen Metzgerei Hollerbach. Während der Musikverein die traditionellen Kyllburger Schlager spielt und alle mitsingen und mitschunkeln, setzt sich das Floß mit dem Strohhahn und der Floßmannschaft, sowie die beiden Boote mit Schawen, Hanswurst, Schwarzem und den beiden Pagen oberhalb der Kyllbrücken in Bewegung. Während der Überfahrt werden Feuerwerkskörper gezündet, die die Ankunft der Foasicht ankünden. Hat das Floß die alte Kyllbrücke unterquert hilft der Groopemann es an Land zu bringen.

Nach der feierlichen Begrüßung des Freiherrn samt Gefolge durch den Sitzungspräsidenten, baut sich das komplette Begrüßungskommando in der Bademer Straße zu einer feierlichen Prozession auf. Die Fastnach in Gestalt eines Strohhahns wird von der Floßmannschaft vorweggetragen. Als kleiner Umzug wird je nach Witterung mehrmals über die beiden Kyllbrücken gegangen, ehe man vor dem Hotel Müller Halt macht.

Hier hält der Freiherr von Schawen seine Begrüßungsrede und lässt durch den Hanswurst die erste Proklamation verlesen. Anschließend weist der Freiherr den Sitzungspäsidenten an, die Fastnacht mit Gerstensaft (Bier) zu benetzen und so zu taufen.

Damit ist der offizielle Teil der Ankunft der Foasicht beendet und man kehrt in einem Gasthaus ein, um das Ereignis gebührend zu feiern.

Geschichte

Zum ersten Mal wurde die Ankunft der Foasicht am 10. November 1979 mit der Anlandung am Rauschen begangen. Um den Bau des Floßes und die Gründung einer Floßmannschaft kümmerte sich Achim Hennig. Als Symbol für die Fastnacht diente, bis einschließlich der Session 2010, eine Puppe. Die Puppe bestand aus einem, mit Stroh ausgestopften, schwarzen Anzug, der ursprünglich eine Maske trug. Später wurde der Kopf einer Schaufensterpuppe genommen. Da dieser Kopf eigentlich der einer weiblichen Puppe war, malte man mit Filzstift einen Schnurrbart auf.

Auf einer der Kappensitzungen 2010 stahlen Unbekannte die Puppe samt Kopf. Zur Verbrennung der Fastnacht wurde anschließend nur eine notdürftig improvisierte Puppe zur Verbrennung gebracht. Aus Reihen des Vorstands kam darauf hin der Vorschlag, diesen Umstand zu nutzen und statt einer Puppe einen Hahn zu verbrennen. Christian Schmidt war bereit einen neuen Hahn zu bauen. Der aus Pappmaché bestehende Hahn wurde am 13. November 2010 feierlich enthüllt und getauft. Er erhielt den Namen Gickel. Da er aber nach Meinung der Mehrheit zu schade zum Verbrennen war, wurde er zum offiziellen Maskottchen und statt seiner wurde ab dann ein Stohhahn verbrannt.

Hochwassergefahren

Gerade nach starken Regenfällen ist die Kyll ein mitunter reißendes und gefährliches Gewässer. Dann ist sie nicht befahrbar. In diesen Jahren trifft sich das Empfangskomitee mit dem Freiherrn von Schawen an der üblichen Stelle am Kyllufer und man beginnt pünktlich um 20.11 Uhr die Prozession um die Kyllbrücken, ohne vorher zu landen.

Am 9. November 2002 kam es fast zur Katastrophe, als die Floßmannschaft trotz Verbotes die Kyll befuhr. Tage zuvor hatte es heftig geregnet und die Wassermassen waren noch nicht weit genug zurückgegangen. Der Versuch das Floß mittels eines Seiles an Land zu ziehen scheiterte seitens des Groopemanns und Floß samt Floßmannschaft und Groopemann im wortwörtlichen Schlepptau wurden den Rauschen hinabgerissen. Beim Versuch sich an einem Gebüsch festzuhalten wurde dem Groopemann fast der Arm abgerissen, da er das Seil zu fest um die Hand geschlungen hatte. Das Seil musste durchtrennt werden. Die Floßmannschaft konnte erst auf Höhe des Campingplatzes ans rettende Ufer gelangen. Das Floß wurde die Kyll hinunter getrieben und wurde nie wieder gefunden.

Ausnahmen von der Regel

Wie bereit geschildert gibt es Ausnahmen vom üblichen Ablauf der Veranstaltung. Eine recht kurios anmutende Ausnahme gab es im Jahre 1987. Am 7. November 1987 kam die Fastnacht samt Schawen nicht über die Kyll, sondern entstieg den beleuchteten Burgturm. Anschließend zog der Freiherr in einer Sänfte einmal über die Hochstraße und zurück zur Feier im Haus des Gastes. Dies blieb eine einmalige Aktion.

Skandale

Die Ankunft der Foasicht war auch schon Gegenstand handfester Skandale. Am 14. November 1980 provozierte die Floßmannschaft mit langen schwarzen Ledermänteln und Stahlhelmen. Zudem gab es früher oft Kritik wegen übermäßigen Alkoholkonsums der Floßmannschaft.

Floßmannschaften heute

Die Skandale von Früher gehören längst der Vergangenheit an. Die heutigen Floßmannschaften fallen eher durch originelle, jährlich wechselnde Kostümierungen auf. Der Tag der Ankunft der Foasicht wird mittlerweile regelrecht zelebriert mit gemeinsamen Essen und geselligem Zusammensein.

Die Floßmannschaft, bestehend aus Karsten Fiek, Manfred Weber, Stefan Metzen und Achim Hennig, die von 2006 bis 2012 aktiv war, baute das Floß von Grund auf neu und stabiler als je zuvor. Sie kamen auch auf die Idee sich jährlich wechselnd aufwändig zu kostümieren.