Eifeler Hof: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:1901 Eifeler Hof.jpg|mini|hochkant= | [[Datei:1880 Bahnhofstraße.jpg|mini|Die Bahnhofstraße um 1880. In der Bildmitte oben ist das Gasthaus Schulte in seinem Urzustand zu erkennen.]][[Datei:1897 Eifeler Hof.jpg|mini|hochkant=1|Ansicht des Eifeler Hofs vor der Erweiterung 1898]][[Datei:1897 Eifeler Hof Rückansicht.jpg|mini|hochkant=1|Rücknsicht des Eifeler Hofs vor der Erweiterung 1898]][[Datei:1901 Eifeler Hof.jpg|mini|hochkant=1|1901 Ansichtskarte des Eifelerer Hofs]] | ||
Das '''Hotel Eifeler Hof''' ist das prominenteste Gebäude auf der [[Hochstraße]]. Es wurde an Pfingsten [[1890]] eröffnet und besteht bis heute. | Das '''Hotel Eifeler Hof''' ist das prominenteste Gebäude auf der [[Hochstraße]]. Es wurde an Pfingsten [[1890]] eröffnet und besteht bis heute. | ||
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===vor 1919=== | ===vor 1919=== | ||
[[Datei:Wilhelm und Maria Schulte.jpg|links|mini|Wilhelm und Maria Schulte.]] | [[Datei:Wilhelm und Maria Schulte.jpg|links|mini|Wilhelm und Maria Schulte.]] | ||
[[Datei:1885 Hochstraße.jpg|mini|Um 1895: Am linken Bildrand erkennt man das Hotel Eifeler Hof vor der Erweiterung.]] | |||
[[Datei:1885 Hochstraße.jpg|mini|Um 1895: Am linken Bildrand erkennt | |||
Der Baubeginn der Eisenbahnlinie Köln-Trier im Jahre [[1870]] brachte in Kyllburg eine bemerkenswerte Entfaltung des Wirtschaftslebens, darunter besonders auch des Fremdenverkehrs sowie des Hotel- und Gaststättengewerbes. | Der Baubeginn der Eisenbahnlinie Köln-Trier im Jahre [[1870]] brachte in Kyllburg eine bemerkenswerte Entfaltung des Wirtschaftslebens, darunter besonders auch des Fremdenverkehrs sowie des Hotel- und Gaststättengewerbes. | ||
Es entstanden Hotels und Fremdenpensionen, darunter auch das Hotel Eifeler Hof das an Pfingsten 1890 eröffnet, im Laufe der folgenden Jahre erweitert und bald - kurz nach der Jahrhundertwende - zum größten Hotel der Eifel wurde. | Es entstanden Hotels und Fremdenpensionen, darunter auch das Hotel Eifeler Hof das an [[25. Mai|Pfingsten]] [[1890]] eröffnet, im Laufe der folgenden Jahre erweitert und bald - kurz nach der Jahrhundertwende - zum größten Hotel der Eifel wurde. | ||
Es war der damals in Kyllburg ansässige Kaufmann und Gastwirt [[Wilhelm Schulte]], der ausgehend von seiner auf der Hochstraße befindlichen Gastwirtschaft, diese vergrößerte und das Hotel errichten ließ. | Es war der damals in Kyllburg ansässige Kaufmann und Gastwirt [[Wilhelm Schulte]], der ausgehend von seiner auf der Hochstraße befindlichen Gastwirtschaft, diese vergrößerte und das Hotel errichten ließ. | ||
Als Hoteldirektor war von 1897 bis 1904 Josef Stiel angestellt, bevor dieser in Landstuhl ein Kur- und Schlosshotel erwarb.<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/YOFP7JSXYY3CYXTVV7PIPFESNSOTNGIT?query=kyllburg&page=14&hit=2&issuepage=12 Kölnische Zeitung, 17. Mai 1904, S.12]</ref> | |||
In der Zeit nach der Jahrhundertwende bis zum ersten Weltkrieg stieg der Zustrom der Feriengäste im Eifeler Hof - vornehmlich aus dem nördlichen Rheinland und den Niederlanden - an, so dass sich das Hotel bald zum größten und vornehmsten Hotel der Eifel entwickelte und weit über den hiesigen Bezirk bekannt wurde. | In der Zeit nach der Jahrhundertwende bis zum ersten Weltkrieg stieg der Zustrom der Feriengäste im Eifeler Hof - vornehmlich aus dem nördlichen Rheinland und den Niederlanden - an, so dass sich das Hotel bald zum größten und vornehmsten Hotel der Eifel entwickelte und weit über den hiesigen Bezirk bekannt wurde. | ||
1896 wurde das Hotel bedeutend vergrößert.<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/YOFP7JSXYY3CYXTVV7PIPFESNSOTNGIT?query=kyllburg&page=14&hit=2&issuepage=12 Kölnische Zeitung, 15. Mai 1898, S.12]</ref> Der Speisesaal bot Platz für 200 Personen. Es gab einen Billard-, einen Musik und einen Damen-Saal. Die 130 Zimmer boten rund 200 Gästen Platz. Auch Komfort wurde geboten, so gab es Bäder und elektrisches Licht. Auf dem Marktplatz stand für die Hotelgäste einen Croquet- und Tennisplatz. | |||
Im August [[1914]] brach der erste Weltkrieg aus, der einen starken Rückgang des Fremdenverkehrs zur Folge hatte. Am [[9. Januar]] [[1916]] starb der Hotelbesitzer Wilhelm Schulte. Sein Sohn [[Josef Schulte]] übernahm nun als Nachfolger seines Vaters die Leitung des Hotels. Im Jahre [[1919]], also nach Ende des ersten Weltkrieges, wurde das Hotel Hauptsitz eines amerikanischen Armeestabes. | Im August [[1914]] brach der erste Weltkrieg aus, der einen starken Rückgang des Fremdenverkehrs zur Folge hatte. Am [[9. Januar]] [[1916]] starb der Hotelbesitzer Wilhelm Schulte. Sein Sohn [[Josef Schulte]] übernahm nun als Nachfolger seines Vaters die Leitung des Hotels. Im Jahre [[1919]], also nach Ende des ersten Weltkrieges, wurde das Hotel Hauptsitz eines amerikanischen Armeestabes. | ||
===bis 1945=== | ===bis 1945=== | ||
[[Datei:1927 Eifeler Hof Garten.jpg|links|mini|Zeichnung vom Eifeler Hof Garten, von C. Rothe, Bonn 1927]] | |||
[[Datei:Josef Schulte.jpg|links|mini|[[Josef Schulte]] um 1936]] | [[Datei:Josef Schulte.jpg|links|mini|[[Josef Schulte]] um 1936]] | ||
[[Datei:1945 Einzug der Amerikaner.jpg|mini|1945 Einzug der Amerikaner]] | [[Datei:1945 Einzug der Amerikaner.jpg|mini|1945 Einzug der Amerikaner]] | ||
Nach Abzug der Amerikaner entwickelte sich der Fremdenverkehr und damit auch der Betrieb des Hotels erneut. Vor allem in den 20er Jahren war ein großer Aufstieg zu verzeichnen. | Nach Abzug der Amerikaner entwickelte sich der Fremdenverkehr und damit auch der Betrieb des Hotels erneut. Vor allem in den 20er Jahren war ein großer Aufstieg zu verzeichnen. | ||
So wurde im Jahre 1927, gegenüber dem Eifeler Hof, ein großer '''Hotelgarten''' mit zwei Pavillons und Liegehallen gebaut. Zu diesem Zweck musste das alte Haus (Freywald), das rechts vom ehemalige kurfürstliche Rentamt stand, abgerissen werden. | |||
Auch in den 30er Jahren hatte das Hotel während der Saison zahlreiche Gäste. Bis zum Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|zweiten Weltkrieges]], am [[1. September]] [[1939]], waren es vor allem Gäste aus dem Rheinland, Belgien und den Niederlanden, die in Kyllburg Erholung suchten. In der Zeit bis zum zweiten Weltkrieg hatte der Hotelbesitzer Josef Schulte das Werk seines Vaters Wilhelm konsequent fortgeführt und erweitert. So gehörte zum Hotel seit langem ein großes Kaufhaus, das außer einer Textil-, Schuh- und Möbelabteilung auch eine Lebensmittelabteilung umfasste. Für die zahlreichen Bediensteten des Hotelunternehmens war sogar seit langem eine betriebseigene Sozialversicherung geschaffen worden. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 lief der Hotelbetrieb zunächst weiter, jedoch waren es jetzt nur noch Gäste aus dem Inland, die im Hotel abstiegen. Um eine befriedigende Bewirtung der Gäste sicherzustellen, hatte die Hotelleitung vorsorglich 2 Kühe, eine Anzahl Schweine und Hühner angeschafft. Im Jahre 1943 ging die Zahl der Hotelgäste erheblich zurück, nachdem immer größere Beschränkungen der Reisemöglichkeiten, sei es durch Erlasse der Reichsregierung, oder durch den sich ausweitenden Luft- und Bombenkrieg eingetreten waren | Auch in den 30er Jahren hatte das Hotel während der Saison zahlreiche Gäste. Bis zum Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|zweiten Weltkrieges]], am [[1. September]] [[1939]], waren es vor allem Gäste aus dem Rheinland, Belgien und den Niederlanden, die in Kyllburg Erholung suchten. In der Zeit bis zum zweiten Weltkrieg hatte der Hotelbesitzer Josef Schulte das Werk seines Vaters Wilhelm konsequent fortgeführt und erweitert. So gehörte zum Hotel seit langem ein großes Kaufhaus, das außer einer Textil-, Schuh- und Möbelabteilung auch eine Lebensmittelabteilung umfasste. Für die zahlreichen Bediensteten des Hotelunternehmens war sogar seit langem eine betriebseigene Sozialversicherung geschaffen worden. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 lief der Hotelbetrieb zunächst weiter, jedoch waren es jetzt nur noch Gäste aus dem Inland, die im Hotel abstiegen. Um eine befriedigende Bewirtung der Gäste sicherzustellen, hatte die Hotelleitung vorsorglich 2 Kühe, eine Anzahl Schweine und Hühner angeschafft. Im Jahre 1943 ging die Zahl der Hotelgäste erheblich zurück, nachdem immer größere Beschränkungen der Reisemöglichkeiten, sei es durch Erlasse der Reichsregierung, oder durch den sich ausweitenden Luft- und Bombenkrieg eingetreten waren | ||
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Bevor es am [[16. August]] [[2007]] zu einer Zwangsversteigerung kam, konnte Manfred Grommes den Gebäudekomplex erwerben. Bereits im Januar 2008 verkaufte dieser das leerstehende Hotel an eine niederländische Investorengruppe mit Namen „Lin Groep“, die im Vorjahr bereits den „[[Kurfürst von Trier]]“ erworben hatten. Doch der Investor war mit seinem zweifelhaften Geschäfts- und Finanzierungsmodell nicht in der Lage auch nur eines der Häuser zu sanieren und wieder zu eröffnen. Was folgte war ein langsamer Verfall des Anwesens. Im Januar 2009 platzten Aufgrund von Frost die Wasserleitungen und etwa 100 Heizkörper mussten entfernt werden. Es entstand ein Schaden von etwa 60.000 €. | Bevor es am [[16. August]] [[2007]] zu einer Zwangsversteigerung kam, konnte Manfred Grommes den Gebäudekomplex erwerben. Bereits im Januar 2008 verkaufte dieser das leerstehende Hotel an eine niederländische Investorengruppe mit Namen „Lin Groep“, die im Vorjahr bereits den „[[Kurfürst von Trier]]“ erworben hatten. Doch der Investor war mit seinem zweifelhaften Geschäfts- und Finanzierungsmodell nicht in der Lage auch nur eines der Häuser zu sanieren und wieder zu eröffnen. Was folgte war ein langsamer Verfall des Anwesens. Im Januar 2009 platzten Aufgrund von Frost die Wasserleitungen und etwa 100 Heizkörper mussten entfernt werden. Es entstand ein Schaden von etwa 60.000 €. | ||
===Wiedereröffnung=== | ===Wiedereröffnung=== | ||
Anfang August 2013 kaufte die Eifeler Hof | Anfang August [[2013]] kaufte die [[GbR Eifeler Hof]], das 4.000 m² große Gebäude von der erfolglosen LIN-Groep. Der Kaufpreis lag bei etwa 180.000 €. Das Konzept der GbR Eifeler Hof sah vor, das Hotel zu sanieren und dann in Teilen zu verpachten. Die geplanten Investitionen reichten jedoch bei weitem nicht aus, da die geforderten Brandschutzauflagen in dem 125 Jahre alten Gebäude nur schwer und mit hohen Kosten umzusetzen waren. | ||
Die Wiedereröffnung des Hotelteils fand im April 2014 mit dem neuen Pächter, der „[[Stiftsberg Dienstleistungen]]“, statt. In das ehemalige Kaufhaus zog die [[Physiopraxis Peifer-Weiß]] ein. Im Anbau in der [[Malberger Straße]] betreibt die Caritas-Westeifel, unter dem Namen „[[Kylltal-WG]]“, eine Einrichtung für betreutes Wohnen. | |||
Durch die hohen Brandschutzauflagen kam es immer wieder zu Störungen im Betriebsablauf. Das war der Grund für den Pächter den Pachtvertrag zum Ende Februar 2017 zu kündigen. | |||
Zum 1. Juli 2017 pachtete Konstantinos Koliakis (Koliakis GbR) das Hotel. Mitte Oktober des selben Jahres zog er sich überraschenderweise zurück. Der Eigentümer des Hotels übernahm darum vorerst selbst den Betrieb des Hotels. | |||
Derzeit (Oktober 2019) laufen abschließende Sanierungsarbeiten. In Kürze soll der Hotelbetrieb wieder aufgenommen werden. | |||
==Bekannte Hotelgäste== | ==Bekannte Hotelgäste== | ||
*[[20. Oktober]] [[1911]] - [[Wilhelm II.|Kaiser Wilhelm II.]] | *[[20. Oktober]] [[1911]] - [[Wilhelm II.|Kaiser Wilhelm II.]] | ||
*[[6. Juni]] [[1914]] - Der Generalstab, darunter der deutsche Kronprinz, für drei Tage | *[[6. Juni]] [[1914]] - Der Generalstab, darunter der deutsche Kronprinz, für drei Tage | ||
==Quellen== | |||
[[Kategorie:Bauwerk]] | [[Kategorie:Bauwerk]] | ||
[[Kategorie:Hotel]] | [[Kategorie:Hotel]] | ||