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Alte Kyllbrücke: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:1894 Alte Kyllbrücke.jpg|mini|Alte Kyllbrücke 1894]]
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===Neubau 1874===
===Neubau 1874===
60 Jahre später, im Jahre [[1874]], berichtet die Deutsche Bauzeitung <ref>[http://schmino.de/erneuerung-der-kyllbruecke-1874 schmino.de: Erneuerung der Kyllbrücke 1874]</ref><ref>[https://opus4.kobv.de/opus4-btu/files/1365/db187487.pdf PDF-Kopie der Deutschen Bauzeitung, Nr. 87, Berlin, 31. Oktober 1874]</ref> von einem Brückenneubau in Kyllburg. Hier wird erstmals die zu ersetzende Brücke beschrieben.
60 Jahre später, im Jahre [[1874]], berichtet die Deutsche Bauzeitung <ref>[http://schmino.de/erneuerung-der-kyllbruecke-1874 schmino.de: Erneuerung der Kyllbrücke 1874]</ref><ref>[https://opus4.kobv.de/opus4-btu/files/1365/db187487.pdf PDF-Kopie der Deutschen Bauzeitung, Nr. 87, Berlin, 31. Oktober 1874]</ref> über einen Brückenneubau in Kyllburg. Hier wird erstmals die zu ersetzende Brücke beschrieben. Demnach wurde der hölzerne Überbau 1847 erneuert. Die drei gemauerten Strompfeiler trugen den mit Bohlen belegten und geschotterten Überbau. Die drei größeren Durchlässe waren mit einem doppelten Hängewerk, der kleinere Durchlass auf der Seite der Bademer Straße mit einem einfachen Hängewerk abgestützt.
Laut dieser Beschreibung wurde der hölzerne Oberbau 1847 erneuert. Die drei gemauerten Strompfeiler trugen den, mit Bohlen belegten und geschotterten Oberbau. Die drei größeren Öffnungen wurden mit doppeltem Hängewerk und die kleinere Öffnung, auf der Seite der Bademer Straße, mit einem einfachen Hängewerk unterstützt.


Durch den Bau der Eisenbahn (1868-1871) kam es auf der Brücke zu einem erhöhten Schwerlastverkehr, für den das Bauwerk nicht ausgelegt war. Im Jahre 1872 zeigten sich bei den beiden rechten Öffnungen (Seite Bahnhofstraße) bedenkliche Setzungen. Die Fahrbahn musste von unten zusätzlich gestützt werden. Um weiteren Beschädigungen vorzubeugen, wurde für das Jahr 1873 ein kompletter Umbau der Brücke beschlossen.
Mit dem Bau der Eisenbahn (1868-1871) nahm der Schwerlastverkehr auf der Brücke zu, für den das Bauwerk nicht ausgelegt war. Im Jahre 1872 traten an den beiden rechten Öffnungen (Seite Bahnhofstraße) bedenkliche Setzungen auf. Die Fahrbahn musste von unten zusätzlich abgestützt werden. Um weiteren Schäden vorzubeugen, wurde für 1873 ein kompletter Umbau der Brücke beschlossen.


Eine genauere Untersuchung ergab, dass die massiven Pfeiler aus Bruchsteinen mit Quaderverblendung noch gut erhalten waren. Dagegen hatten sämtliche Hölzer der Hängewerke, insbesondere an den Verbindungsstellen, sehr gelitten; der Bohlenbelag war total verfault, ein Teil der Balken erwies sich ebenfalls an den Köpfen als angefault. Eine bloße Erneuerung der Hängewerke und des Bohlenbelages erschien daher nicht ratsam. Da die Differenz zwischen dem höchsten Wasserstand und der Fahrbahnmitte an deren tiefstem Punkt (die Fahrbahn ist nicht ganz waagerecht, sondern zur Bahnhofstraße hin ansteigend) nur 1,39 m betrug, sah man von einer gewölbten Bauweise ab.
Eine genauere Untersuchung ergab, dass die massiven Pfeiler aus Bruchsteinen mit Quaderverblendung noch gut erhalten waren. Dagegen waren alle Hölzer der Hängewerke, vor allem an den Knotenpunkten, stark geschädigt; der Bohlenbelag war völlig verfault, ein Teil der Balken zeigte sich auch an den Köpfen verfault. Eine einfache Erneuerung der Hängewerke und des Bohlenbelages erschien daher nicht sinnvoll. Da die Differenz zwischen dem höchsten Wasserstand und der Fahrbahnmitte an der tiefsten Stelle nur 1,39 m betrug (die Fahrbahn ist nicht ganz waagerecht, sondern zur Bahnhofstraße hin ansteigend), wurde auf eine gewölbte Bauweise verzichtet. Es wurden Angebote für zwei Bauweisen eingeholt. Zum einen ein Wiederaufbau nach altem Prinzip mit hölzernem Hängewerk und zum anderen eine moderne Stahlkonstruktion. Den Zuschlag erhielt die Stahlkonstruktion.
Es wurden für zwei Bauweisen Angebote eingeholt. Zum einen ein Wiederaufbau nach dem alten Prinzip mit hölzernem Hängewerk und zum anderen eine moderne Stahlkonstruktion. Die Stahlkonstruktion erhielt den Zuschlag.  


Die Gemeinde Kyllburg bevorzugte jedoch eine massive Bauweise mit Steingewölben. Daher ergingen mehrere Petitionen an die königliche Regierung. Man solle doch die Brücke wenige Meter flussaufwärts errichten, dort wo heute die neue Kyllbrücke ist. Dort wäre es durch das höhere Gelände möglich, eine massive Bogenbrücke zu bauen.
Die Gemeinde Kyllburg bevorzugte jedoch eine massive Bauweise mit Steingewölben. Deshalb wurden mehrere Petitionen an die königliche Regierung gerichtet. Man solle die Brücke doch einige Meter flussaufwärts bauen, dort, wo heute die neue Kyllbrücke steht. Dort wäre es wegen des höheren Geländes möglich gewesen, eine massive Bogenbrücke zu bauen. Diese Pläne wurden jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass dann die Zufahrt zum Güterbahnhof versperrt wäre. Durch die Einwände der Gemeinde verzögerte sich die Ausschreibung der Stahlkonstruktion bis Juli 1873. Als die ersten Kostenvoranschläge eintrafen, stellte sich heraus, dass diese weit über den veranschlagten Kosten lagen. Dies nahm der Kreisbaumeister A. Krone zum Anlass, einen dritten Vorschlag zu unterbreiten. Dieser kam dem Wunsch der Gemeinde nach einer Bogenbrücke aus Sandstein entgegen. Dieser Vorschlag erwies sich auch als wesentlich kostengünstiger als die Stahlkonstruktion. Krone nutzte die vorhandenen Pfeiler, um zwischen ihnen flache Bögen zu spannen. Durch diese Konstruktion wurde die Fahrbahn etwas angehoben. Dadurch verringerte sich aber auch der Höhenunterschied zwischen den beiden Ufern. 1874 konnte die neue Brücke endlich gebaut werden.
Diese Pläne wurden jedoch abgelehnt mit der Begründung, dass dann die Zufahrt zum Güterbahnhof blockiert wäre. Aufgrund der Einwände der Gemeinde verzögerte sich die Ausschreibung für die Stahlkonstruktion bis in den Juli 1873. Als die ersten Kostenvoranschläge kamen, erkannte man, dass diese weit über den geplanten Kosten lagen.
Diesen Umstand nutzte der Kreisbaumeister A. Krone aus, um einen dritten Vorschlag zu machen. Dieser kam dem Wunsch der Gemeinde entgegen eine Bogenbrücke aus Sandstein zu errichten. Zudem zeigte sich, dass dieser Vorschlag deutlich günstiger war, als die Stahlkonstruktion. Krone nutzte die bestehenden Pfeiler, um zwischen ihnen flache Bögen zu spannen. Die Fahrbahn wurde durch diese Konstruktion etwas angehoben. Dies verringerte jedoch auch das Gefälle zwischen den beiden Ufern.
1874 Konnte die neue Brücke endlich gebaut werden.


[[Datei:1941 Alte Kyllbrücke.jpg|mini|Die alte Kyllbrücke mit Betonaufbau um 1941]]
[[Datei:1941 Alte Kyllbrücke.jpg|mini|Die alte Kyllbrücke mit Betonaufbau um 1941]]
===Neuer Oberbau 1912===
===Neuer Oberbau 1912===
Aufgrund des zunehmenden Verkehrs musste der Oberbau der Bücke 1912 erneuert werden<ref>[https://schmino.de/schulchronik Schulchronik, Seite 122]</ref>. Dabei wurde die Fahrbahn verbreitert. Die Arbeiten wurden in Eisenbeton ausgeführt. Daraus bestanden sowohl der Fahrbahnunterbau, als auch die beidseitigen Begrenzungsmauern. Am [[25. Juli]] [[1912]] konnte die Brücke für den Verkehr wieder frei gegeben werden. Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf rund 13.000 Mark. Sie wurden von der Provinz bezahlt, da die Brücke Teil der Provinzialstraße war.
Aufgrund des zunehmenden Verkehrs musste der Oberbau der Bücke 1912 erneuert werden<ref>[https://schmino.de/schulchronik Schulchronik, Seite 122]</ref>. Dabei wurde die Fahrbahn verbreitert. Die Arbeiten wurden in Eisenbeton ausgeführt. Daraus bestanden sowohl der Fahrbahnunterbau, als auch die beidseitigen Begrenzungsmauern. Am [[25. Juli]] [[1912]] konnte die Brücke für den Verkehr wieder frei gegeben werden. Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf rund 13.000 Mark. Sie wurden von der Provinz bezahlt, da die Brücke Teil der Provinzialstraße war.