Session 1954

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Über die Sessionen vor der Vereinsgründung ist nicht viel bekannt. Einzelne Anmerkungen, Fundstücke und sonstige Informationen werden bei den entsprechenden Jahren gesammelt.

Gedicht von Bernhard Quirin

Rückblick auf den Karneval 1954

Traurig klingen meine Worte
Von der Fastnacht hier im Orte,
Die einst weit und breit bekannt
Nun zum Sterben ist verdammt.

Auch die Alten, die noch leben
Weißbehaart und gottergeben
Fragen sich schon manches Jahr
Wie doch so was möglich war.

Standesdünkel, tolle Sachen,
Jeder will's nur besser machen;
Keiner will beim Zahlen blechen
Und das muss am End sich rächen.

Fußballspiel ist heut Parole,
Patentierte Werkstoffsohle
Dies benebelt dann den Geist,
Wie's in Kyllburg sich erweist.

Zwar kam dieses Jahr der Schawel,
Doch ihm war's sehr miserabel;
Denn zum Hofstaat langt es nicht;
Das verdüstert sein Gesicht.

Auch der Hanswurst war nicht zünftig
War zu steif und zu vernünftig.
In den Augen standen Tränen
Die nach alter Zeit sich sehnen.

Früher war ein lustig Treiben
Wie die Akten es beschreiben.
Und die schöne Weibermühl
Stand in Kyllburg niemals still.

An der Brücke hoch zu Rosse
Ritter aus dem Bergesschlosse,
Edelfräulein fuhren dann,
Viergespannt den Berg hinan.

Dann Zigeuner, Kesselflicker,
Böse Kerle, Herzensknicker
Weiber an dem flachen Strand
Wuschen Kind und bunten Tand.

Alles dieses ist entschwunden,
Fort die schönen heitren Stunden,
Wie ein grauser Schicksalsfluch,
Kyllburg ohne Maskenzug.

Alles ringt entsetzt die Hände
Herrgott mach den Not ein Ende
Send uns wieder den Humor,
daß er wieder tritt hervor.

Laß den Schawel wieder lachen,
daß die alten Rippen krachen.
Und des alten Städtchens Mauern
biegen sich vor Wonneschauern.